Justiz prüft Grassers Haus am Wörthersee
Im Steuerverfahren gegen Ex-Minister Grasser spielt Seegrundstück samt Villa in Maria Wörth eine zentrale Rolle, die seine Stiftung an Ehefrau Fiona vermietet.

Foto © ReutersHat Karl-Heinz Grasser drei Millionen Euro in Lichtenstein vor der Steuer versteckt?
Neue brisante Details über das Steuerverfahren gegen den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser: Sein Seegrundstück samt Nobel-Villa in Maria Wörth spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Wochenmagazin "Falter" berichtet in seiner heutigen Ausgabe, dass der Seegrund von Grassers Haus am Wörthersee in Wahrheit einer seiner Stiftungen in Liechtenstein gehöre.
Im Fürstentum verfüge Grasser über ein "verwirrendes Netzwerk von Firmen, Tochterfirmen und Treuhandgesellschaften", das für die Ermittler wie eine Scheinkonstruktion wirke und dazu dienen solle, Steuern zu sparen.
Sein Anwalt Manfred Ainedter bezeichnet die Ermittlungen als "Faschingsscherz". Die millionenschwere Stiftung sei bereits im Jahr 2009 von der Finanz geprüft worden. Tatsächlich hat das zuständige Wiener Finanzamt Grassers Meldung über die Einrichtung der Stiftung "zur Kenntnis genommen". Es gibt aber keine Unbedenklichkeitsbestätigung seitens der Justiz für Grasser. Drei Millionen Euro soll der Ex-Minister im Steuerparadies bunkern. Laut Ainedter verdiente Grasser das Geld in Liechtenstein im Rahmen seiner Tätigkeit bei Meinl.
In einem internen Schreiben des zuständigen Staatsanwalts heißt es, das Geld sei möglicherweise "nicht versteuert worden". Auch den Beteuerungen Grassers, keinen direkten Zugriff auf die Gelder zu haben, will die Justiz keinen rechten Glauben schenken: Der eigentliche Eigentümer des Seegrunds von Grasser in seiner Kärntner Heimat sei laut "Falter" die Liechtenstein-Stiftung des Ex-Ministers.
"Lukratives Investment"
Im Grundbuch wird zwar die Firma "SMW OG" als Eigentümer genannt. Dieses Unternehmen sei aber letztlich nur der treuhändische Eigentümer für die Stiftung. Gesellschafter der SMW sind Burckhard Graf, pensionierter Manager der Basler Versicherung und laut Firmen-Compass Aufsichtsrat der Bundespensionskasse, sowie Grasser selbst als "nicht vertretungsbefugter" Gesellschafter. Trotzdem habe Grasser keinen Zugriff aufs Stiftungsvermögen, sagt sein Anwalt. Die Stiftung habe das See-grundstück "aus freien Stücken" und "als lukratives Investment" erworben. Grasser und die Stiftung seien verschiedene "Rechtspersönlichkeiten". Wie der Zufall aber will, vermietet die Stiftung die Villa an Grassers Frau Fiona.













