Das Spielmaterial der Kunst in allen Farben
Vielfältige Kunst aus der Oberkrain ist in der Villacher Galerie Freihausgasse zu sehen, im Kunsthaus/Sudhaus dominieren Sandbilder. Und Max Weiler lockt derzeit ins Schloss Ebenau.

Foto © Walker
Freihausgasse
Waren es vor nicht allzu langer Zeit Kärntner Künstler, die die städtischen Galerien der Villacher Partnerstadt Kranj/Krainburg bespielten, so sind es jetzt Künstler aus der Oberkrain/Gorenjska, die in der Villacher Stadtgalerie Freihausgasse gastieren. Als Repräsentanten zweier Generationen veranschaulichen sie die Vielfalt bildenden Kunstschaffens in der Nachbarregion mit klassischer Malerei ebenso wie mit neuen Medien, Skulpturen und Installationen.
Vieles davon hat man schon in Kärnten gesehen, wie die expressiven Landschaften von Klementina Golija oder Klavdij Tuttas bunte, detailverliebte Bilder mit ihren skulpturalen Zutaten. Auch Marua ustar, auf deren großformatigen Bildern sich Menschenfiguren gleichermaßen vereinzeln wie vernetzen, sowie die kleinen Objekte von Peter Marold, die ihre Herkunft aus der Architektur verraten. Daneben Nej Slapar mit formschönen Skulpturen und Bildern, deren abstrakte Formmuster an Op-Art erinnern. Die Augen in Linien verstrickt auch Miha Peri, aus der jungen Generation, mit genau vermessenen Grafiken. Mit viel Witz verpackt das junge Paar Nika Oblak und Primo Novak seine Gesellschaftskritik in Video und Fotos. Längst Klassiker, Boni eh, zeigt in verblassenden Farben gehaltene, stilllebenartige Bilder ohne Tiefe.
Galerie Walker
Max Weiler, längst ein international anerkannter Klassiker der Moderne, wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Ein passender Anlass also, des vor neun Jahren in Wien verstorbenen Künstlers zu gedenken. Das geschieht in Judith Walkers Schloss Ebenau mit vielen Lithografien und Zeichnungen aus Weilers letzter Schaffensperiode, welche den lebenslangen Dialog des Künstlers mit der Natur widerspiegeln und in ihrer Farbigkeit und abstrakten Komposition eine unglaubliche Kraft ausstrahlen.
Großformatige Malereien auf Leinwand und Papier sowie Tuschzeichnungen aus den 1960er-Jahren veranschaulichen Weilers Wandel von gestischer Abstraktion hin zur gegenstandslosen Malerei, mit der er bis an sein Lebensende die Avantgarde der Malerei im 20. Jahrhundert anführt. Während Zeitgeist und Mode sich noch im Informell, Fluxus oder Arte Povera übten, war Weiler schon längst mehrere Schritte weiter.
In konsequenter Fortsetzung seiner Beschäftigung mit der fast 1000 Jahre alten chinesischen Landschaftsmalerei der Sung-Dynastie, entfaltete Max Weiler eine eigene Philosophie, die Malerei in Gesamtbildern bindet. Da ihr Ganzes stets mehr ist als die Summe von Details, verdichtete er Elemente der Anschauung zu eigenständigen Ausdrucksarten. Wie Weiler diesen Entwicklungsprozess vollzog, steht jüngsten Untersuchungen zufolge heute in einem neuen Licht. Yvonne Weiler, die Frau des Künstlers, verweist auf Weilers Notizen in seinen "Tag- und Nachtheften", die aufschlussreiche Einsichten für das Werkverständnis eröffnen. Und sie demonstriert an Fundstücken von Probepapieren aus dem Atelier des Künstlers, wie auf ihnen genaue Vorlagen für entscheidende Arbeiten präfiguriert sind. Die aktuelle Ausstellung bietet für den Nachvollzug einige Schlüsselwerke. Wer sich aber allein der Lebendigkeit und Anmut von Farben und der Schönheit von Weilers Bergblumen oder freundlichen Pflanzen hingeben will, ist mit der Ausstellung ebenfalls bestens bedient.
Max Weiler. Galerie Judith Walker. Schloss Ebenau Weizelsdorf. Im Oktober Fr. bis So. 14 bis 18 Uhr. Bis 11. Dez. Info: (0664) 34 53 280
Begegnungen/Sreanja: Galerie Freihausgasse. Villach. Mo. bis Fr. 10-12.30 und 15-18 Uhr, Sa. 10-12 Uhr. Bis 16. Okt.














