Übervolles Haus zum Abschluss
Trigonale: Glänzendes Finale mit Bachs "Johannespassion" in Maria Saal.
"Herr Jesu Christ, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich": Diese beiden letzten Verse der "Johannespassion" von Johannes Sebastian Bach stammen aus dem letzten Choral, der voll von tiefem Mitgefühl und Schmerz, aber auch voll Zuversicht und beinahe göttlicher Schönheit ist. Und sie können intensiv berühren, vor allem dann, wenn sie so wie vom Cantus Köln zum Finale der diesjährigen Trigonale im Dom zu Maria Saal erklangen. Es war durchaus reizvoll, dass anstatt eines stattlichen Chores nur acht Stimmen den Chorpart übernahmen. Wenn dies auch immer wieder auf Kosten der Gesangsfülle ging, vereinigten sich doch die glasklaren Stimmen dieses Ausnahme-Vokalensembles in großer Tonreinheit zu einer selten gehörten, geschlossenen Homogenität.
Natürlich übernahmen die Sänger auch gleich noch die Solopartien: Dabei konnten sich Hans Jörg Mammel als vielbeschäftigter Evangelist mit klarem, höhensicheren Tenor, wie auch Markus Flaig als kräftiger, kerniger Pilatus, Wolf Matthias Friedrich als weicher Jesus und auch Gerlinde Sämann mit klarem Sopran hervortun. Von dem einen oder anderen Solisten hätte man sich manchmal etwas mehr Wortdeutlichkeit gewünscht. Geleitet wurden die Sänger wie auch das kleine, meist intonationsrein, emotionsreich und frisch musizierende Instrumentalensemble vom umsichtigen Konrad Junghänel, der auch einmal selbst zur Laute griff.
Im Dom selbst herrschte trotz vieler zusätzlicher Bänke und Stühle noch Platznot, so viele Fans wollten das Ausnahmewerk von diesen Ausnahmekünstlern erleben: Ein starkes Finale des diesjährigen Festivals der Alten Musik!












