Ganz Innsbruck sollte den Pyramidenkogel besuchen
Tourismus-Experte hält erwartete Besucherzahlen am neuen Pyramidenkogel-Turm für glaubwürdig. Gemeindebudget bleibt unangetastet.

Foto © Visualisierung H. Kramer
Die 130.000 Einwohner der Stadt Innsbruck würden reichen: So viele Menschen sind es, die jährlich den neuen Turm am Pyramidenkogel besuchen und dadurch - großzügigerweise - auch finanzieren sollen. Mit dieser Zahl rechnen die Machbarkeitsstudien, die die Gemeinde Keutschach in Auftrag gegeben hat. Wenn man also jedes Jahr die Innsbrucker Bevölkerung bei acht Euro Vollpreis den neuen Holzturm hinauf- und wieder herunterschicken würde, wäre das Projekt ausfinanziert und die Kredite wären gedeckt. Bloß, wollen wirklich alle Innsbrucker nach Kärnten kommen?
Sebastian Berger ist Professor am Studiengang für Tourismusmanagement der FH Krems. Er sieht in den Annahmen der Keutschacher kein Problem: "Die 130.000 Besucher jährlich sind eine realistische Schätzung. Allerdings muss man die richtigen Marketingmaßnahmen setzen." Berger räumt dem neuen Turm großes Potenzial ein: "Kärnten könnte damit ein 'Landmark', ein Alleinstellungsmerkmal bekommen." Wie etwa das Museumsquartier in Wien, könne der Pyramidenkogel-Turm ein Besuchermagnet für die Region werden.
Gemeinden helfen mit
Diese "Anziehungskraft" für Kärnten ist dem Land einiges wert. Es lässt nicht nur eine Million Euro aus dem Zukunftsfonds springen, sondern macht darüber hinaus noch 2,5 Millionen über Sonderbedarfszuweisungen locker. Letzteres also Geld, das ohnehin für Projekte in Gemeinden reserviert ist. Teile dieser Bedarfszuweisungen kommen von Anteilen der Wörtherseegemeinden Klagenfurt, Krumpendorf, Maria Rain, Moosburg, Pörtschach, Schiefling, Techelsberg und Velden. Für diese Unterstützung sollen deren Gemeindebewohner dann auch billiger auf den neuen Turm dürfen.
2,5 Millionen Euro fließen über eine Beteiligung der Kärntner Tourismus-Holding in das Projekt. "Das ist wie ein normaler Kredit, der vollständig zurückgezahlt wird", sagt der Keutschacher Bürgermeister Gerhard Oleschko. Er versichert, dass das laufende Budget der Gemeinde für das Projekt nicht angetastet wird. Die restlichen vier Millionen Euro kommen aus einem Bankkredit. Dieser und der andere Kredit sollen in maximal 25 Jahren abbezahlt werden.













