Fragmentarische Vorfassung
"Uraufführung" einer "Robinsonade" nach Ciesciutti.
Eine richtige Oper soll werden; genannt "Robisonade". Ein beherztes Vorhaben. Einen Vorgeschmack gab es am Samstag in Köttmannsdorf. Basis ist die Lyrik des Arbeiterdichters Hans Ciesciutti (1906 - 1997). Der Außenseiter des Literaturbetriebes, der "Baraber" mit der Obsession zur "Magie des Wortes", sah sich selbst in der Rolle Robinsons. Wie der Schiffbrüchige seine Nachrichten, so sah er seine Dichtungen als Flaschenpost.
Textauswahl. Der Schauspieler und Sänger Frederic Grager-Fontainbleu, dem Dichter Ciesciutti bei Lebzeiten freundschaftlich verbunden, hat eine Textauswahl zu einem Libretto zusammengestellt. Einen Dialog des Dichters mit der Natur, angesiedelt im heimatlichen Rosental.
"Robinsonade". Die Musik zur "Robinsonade" schreibt der junge Komponist Michael F. P. Gruber. Vorerst ist das Ganze noch in Arbeit, doch einige Teile der Oper "stehen" schon. Die spielte das Szabo-Quartett, verstärkt durch die Pianistin Veronica Maritan-Walcher in kammermusikalischer Version. Zwei junge Kärntner Sänger, Daniela Rauter (Sopran) und Samo Lampichler (Bariton) unterzogen sich der heiklen Aufgabe, konzertant die Quasi-Uraufführung einer fragmentarischen Vorfassung vorzustellen. Die Musik in liedhaften Bögen, auch tänzerisch, ohne "Berührungsängste zu verschiedenen Stilrichtungen". Dazu erzählte der künftigen Regisseur Grager-Fontainbleu, wie das Ganze einmal mit Bühnenbild in Szene gesetzt werden soll und las noch einige Ciesciutti-Texte.
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