Plädoyer gegen Ausbau der S 37
Verkehrsexperte Hermann Knoflacher lässt kein gutes Haar am Lieblingsgroßprojekt vieler Politiker. Ein paar hundert Anwesende hat er überzeugt.

Foto © APA/ArchivbildVerkehrsexperte Hermann Knoflacher
Verkehrsexperte Helmut Knoflacher redete Klartext: "Der Ausbau der S37 zur Autobahn wird ruinös für die lokale Wirtschaft. Die Region wird zur Transitregion für LKW, die Bahnverbindung Judenburg - Klagenfurt wird erst Nebenbahn und später eingestellt, weil die Koralmbahn Frequenz abzieht. An der Autobahn entsteht ein 15 Kilometer breiter Abgaskorridor. Täglich muss mit 40.000 Fahrzeugen gerechnet werden. Hier wird es schlimmer als im Inntal!"
"Sicherheit kein Argument".
Das Argument "Mehr Sicherheit durch breitere Fahrbahnen" lässt der Wiener TU-Professor aus Kärnten nicht gelten: Sicherheit brächten nur Tempolimits und rigorose, lückenlose Kontrollen wie die Section Control.
Zu spät.
ÖVP-Nationalrat Klaus Auer widersprach: "Ich glaube nicht, dass die Bahnlinie eingestellt wird. Außerdem brauchen wir den Autobahnausbau aus wirtschaftlichen Gründen." SPÖ-Verkehrssprecher Rudolf Schober warnte: "Wenn es um ein Verhindern des Ausbaues geht, dann sind wir zu spät".
Vernetzen.
"Ich fühle mich ratlos, wie ich meinen Lebensraum verteidigen kann" sagte Ulrike Reifenstein, eine von 400 Anwesenden, von denen die meisten betroffen waren und die S37 teilweise lautstark ablehnen. Auch hier wusste Knoflacher Rat: "Vernetzen Sie sich! Wehren Sie sich! Das müssen Sie selbst machen, da macht keiner für Sie." Sachzwänge, die den Ausbau erzwingen, lässt Knoflacher nicht gelten: "Politiker sollten die Menschen fragen und dann ihre Entscheidungen treffen. Sind Sie gefragt worden, ob Sie die Autobahn wollen?"










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