Hypo-Käufer folgt Kulterer ins Aus
Parallele Karrieren: Als Banker verbunden, auch im Scheitern vereint.
In der BayernLB 1,9 Milliarden Euro Verlust aus der Kreditkrise, in der Hypo 328 Millionen Euro Verlust aus Swap-Spekulationen: Zwei Mega-Gaus, passiert in zwei Landesbanken, die auch für zwei Karriere-Banker das Ende bedeuteten: Werner Schmidt, den Bayerns Finanzminister und CSU-Chef Werner Huber nun eiligst zum Rücktritt bewegte, sowie Wolfgang Kulterer, an dem Landeshauptmann und BZÖ-Chef Jörg Haier noch lange nach dem Swap festgehalten hatte. So lange, bis Kulterer als Aufsichtsratschef der Hypo im Mai 2007 Schmidt und die BayernLB als Käufer für die Landesanteile an der Hypo aus dem Hut zauberte.
Erfolgreiche Eroberung.
Beide kannten sich schon Jahre - Schmidt hatte zuvor Kulterer und die Hypo bei der erfolgreichen Eroberung des süd-osteuropäischen Marktes beraten. In der mächtigen Landesbank Baden-Württemberg saß Schmidt im Vorstand gemeinsam mit Tilo Berlin, dem jetzigen Chef der Hypo Group Alpe Adria.
51 Prozent an der Hypo.
Zusammen saßen alle drei schon im Juli 2007 im Kärntner Landtag vor dem Hypo-Untersuchungsausschuss und bekräftigten, was Schmidt schon der Kleinen Zeitung im ersten Interview beteuern musste: "Der Kauf der Hypo war kein Seilschafts-Coup." Die Summe von 1,625 Milliarden Euro blätterte die Bayern LB für 51 Prozent an der Hypo hin, je zur Hälfte an das Land Kärnten und an die bis heute nur fragmentarisch gelüftete Investoren-Gruppe Berlins.
Kauf.
"Rauchende Colts" hat der Hypo-Ausschuss nicht zutage gefördert, einen gemeinsamen Bericht gibt es aber auch nicht. ÖVP und BZÖ sprachen vom "besten Käufer zum besten Zeitpunkt", SPÖ und Grüne sahen ein nachteiliges Geschäft, letztere sogar einen Fall für die Staatsanwaltschaft.
Hypo-Aufsichtsratschef.
Als der Verkauf beim Closing am 10. Oktober 2007 in München feierlich finalisiert wurde, sprach Schmidt damals wörtlich von einer "Win-win-Situation für die BayernLB, die Hypo Group und die Länder Bayern und Kärnten." Den als Hypo-Aufsichtsratschef ausscheidenden Wolfgang Kulterer würdigte er damals als "Vater des Hypo-Erfolges". Nun folgt Schmidt selbst als Hypo-Aufsichtsratschef Kulterer ins Aus.












