Schrankenanlagen nicht blind vertrauen
Nach Beinahe-Unfall in Klagenfurt: Schranken werden derzeit mechanisch geschlossen.
Hart an einer Katastrophe vorbei geschrammt sind am Donnerstag mehrere Autofahrer und Radler. Wie berichtet reagierten beim Bahnübergang Waidmannsdorf die Schranken nicht. Sie bleiben offen, obwohl ein Güterzug durch fuhr. "Techniker suchen nach wie vor den Fehler", sagt ÖBB-Sprecher Christoph Posch.
Ausgeschaltet. "Solange die Ursache nicht gefunden ist, bleibt die Automatik ausgeschaltet. Der Schranken wird händisch ausgelöst." Die Anlage in Waidmannsdorf ist offenbar anfällig. Bereits im Juli 2001 querten Züge bei offenem Schranken die Kreuzung querten. Auch damals war der Schranken defekt.
"Nicht blind verlassen." Der Jurist und Verkehrsexperte Richard Huber vom Verein "Fahrgast Kärnten" betont: "Man darf sich nicht blind auf Schrankenanlagen verlassen." Er zitiert eine internationale Studie, wonach bei einer Million Schließvorgängen statistisch ein Defekt auftritt, also entweder der Schranken nicht schließt oder das Rotlicht ausfällt. "So wie Flugzeuge abstürzen können, gibt es auch bei automatischen Schranken keine hundertprozentige Sicherheit", sagt Huber. Er rät daher Autofahrern, auch bei offenen Schranken auf Züge zu achten. "Der Teufel in der Technik schläft nicht."












