"Kunst im Spiel": Anpfiff für die Dribbler & Ballkünstler
Museum Moderner Kunst und Künstlerhaus Klagenfurt präsentieren sich als zentrale Spielmacher im kulturellen Programm der Euro 2008.
Was Fußball und Kultur gemeinsam haben? Nichts? Großer Irrtum! Was macht ein exzellentes Match aus: Spielwitz, Kreativität, Mannschaftsgeist, ein begeistertes Publikum. So gesehen sind wir, das Ensemble der Komödienspiele Porcia, schon längst Europameister. Wir spielen uns elegante Pässe zu, verdribbeln uns mitunter, bringen die Sache aber immer auf den Punkt und zählen auf unsere Fans."
Vier Plätze. Mit solchen Wortdribbeleien werben derzeit die Spittaler Komödianten für ihr diesjähriges Sommerprogramm. Zuvor könnten sie in der Host-City Klagenfurt für spielentscheidende Verstärkung sorgen. Ende April werden nämlich an vier Plätzen der Landeshauptstadt Cornerfahnen aufgestellt, mit denen der Künstler Werner Feiersinger ein virtuelles Fußballfeld abstecken möchte. Was innerhalb des Rechtecks zwischen Kogelnik-Platz, Erzherzog-Johann-Platz (Stadtpfarrkirche), Kardinalplatz und Domplatz passieren wird, war gestern Gegenstand eines Pressegesprächs, zu dem Museum Moderner Kunst und Kunstverein geladen hatten.
Hauptintention. "Wir wollen den Ängsten rund um die EM mit den friedlichen Mitteln der Kultur begegnen", nannte MMKK-Chefin Andrea Madesta eine Hauptintention des Projektes "Kunst im Spiel". Gleichzeitig sei es "wichtig, die kreativen Kräfte des Landes zu bündeln und zu zeigen, dass wir was drauf haben", ergänzte Projektmanagerin Jutta Kleinberger.
Uraufführung. Dazu haben auch die internationalen Gäste Gelegenheit. Die "Cornerstangen" sind nämlich als beschreibbare Litfaßsäulen gestaltet, auf denen sich jedermann verewigen kann. "Wie die am Ende aussehen werden, wird uns sicher alle überraschen", ist Madesta überzeugt. Innerhalb des Spielfeldes werden zudem diverse Performances (Lesungen etc.) das EM-Publikum bei Laune halten. Auch Theaterinszenierungen - das ke" plant u.a. die Uraufführung des Stücks "Spiel mit mir. Der Ball und sein Geschlecht" von Ute Liepold - sind Teil des Programms.
Anpfiff mit Lassnig & Co. Der eigentliche "Anpfiff" erfolgt am 30. April im Museum Moderner Kunst, wo eine eigene Ausstellung das Phänomen Fußball reflektieren wird. Gezeigt werden einschlägige Werke von Größen wie Maria Lassnig, Stefan Banz oder Jonathan Monk. Die genaue Teamaufstellung entscheidet sich demnächst.
Einladung. Parallel dazu lädt der Kunstverein seine Mitglieder zur fußballerischen Selbstdarstellung ins Künstlerhaus. Präsident Eckhard Küttler: "Wir wollen vor allem Kärntner Positionen präsentieren und das Profil der Region sichtbar machen". Einreichungen sind ab sofort willkommen.
130.000 Euro. Insgesamt kostet "Kunst am Ball" 130.000 Euro. Ein Teil davon wird durch Sponsoren bestritten. Den Rest teilen sich Stadt, Land und Bund.














