Exquisiter Sprachjongleur
Gerhard Hammerschmied (55) aus Klagenfurt erhielt gleich für seine erste Spanisch-Übersetzung einen Preis vom Kulturministerium.

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Freundschaften können Folgen haben - und zwar äußerst positive wie sich an Gerhard Hammerschmied zeigt. Der Französisch- und Religionslehrer knüpfte Ende der 1970er Jahre im Auftrag der Klagenfurter Hochschulgemeinde Kontakte zur Universität Managua und wurde Gründungsmitglied des "Nicaragua Komitees". Dadurch lernte er die Autorin Michèle Najlis kennen. Viele Jahre und einige Treffen später kam zur Freundschaft eine Arbeitsbeziehung dazu.
Übersetzer. Der Pädagoge, der auch an der Klagenfurter Universität Philosophie lehrt, wurde zum Übersetzer der Dichterin. Eine Premiere für den 55-Jährigen, der bisher nur Texte aus dem Französischen ins Deutsche übertragen hat. Eine leichte Aufgabe war es nicht, denn Najlis Lyrik ist mit religiösen Motiven gespickt, was ihren bisherigen Übersetzer abgeschreckt hatte.
Ausgezeichnet. "Einige Sätze haben mich tagelang verfolgt", gesteht der Vater eines 16-jährigen Sohnes. Doch die Mühe hat sich gelohnt: Jetzt wurde er vom Kulturministerium mit einer Übersetzterprämie ausgezeichnet. Da möchte man fast nicht glauben, dass der gebürtige Judenburger, der seit den 1980er Jahren in Kärnten lebt, Spanisch im Vorbeigehen, gelernt hat: "Weil ich Land und Leute besser kennen lernen wollte."
Ales unter einem Hut. Dass es zur Auszeichnung gekommen ist, hat wiederum mit einer Freundschaft zu tun. "Hätte mir Janko Ferk (Anm.: Klagenfurter Richter und Schriftsteller) nicht soviel Mut gemacht, hätte ich die Unterlagen niemals eingereicht", wie der exquisite Sprachspieler betont. Doch er jongliert nicht nur mit Wörtern, sondern auch mit seiner Zeit, um seine Arbeit als Lehrer, die Verpflichtungen an der Uni und das Übersetzen unter einen Hut zu bringen. Da ist es ein Glück, dass der Beruf zugleich auch Hobby ist. <
Features
Übersetztes Buch
"Tönende Einsamkei", Michèle Najlis, Hermagoras Mohorjeva, 12 Euro













