Unverständnis über die EM-Fanmeile
Eine Fanmeile durch die enge Viktringer Straße stößt auf Unverständnis. Doch die Polizei besteht darauf. Grüne kritisieren schlechte Beleuchtung und Planlosigkeit.
Warum, so fragen sich viele Klagenfurter, soll die EM-Fanmeile nicht über die breite St. Ruprechter, sondern über die enge und stärker bewohnte Viktringer Straße führen? Gottlieb Türk, Polizei-Pressesprecher, kennt ein wichtiges Argument: "Wenn tausende Fans an unserem Posten und EM-Hauptquartier in der St. Ruprechter Straße vorbei gehen würden, kämen wir im Notfall nicht schnell genug mit unseren Einsatzwagen aus der Garage. Außerdem muss der ungehinderte Zugang für Hilfesuchende ständig gewährleistet sein." 100.000 Leute seien auch dann "kein Problem", wenn ein Großteil von ihnen den schmaleren Weg wählt. Gleichwohl halten es Türk ebenso wie Brigadier Astrid Schenk für notwendig, "dass allen Besuchern Unterhaltung und Infrastruktur geboten wird", damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen oder in der Gegend herumirren oder gar -urinieren.
WC-Plätze in Sicht.
Da kann Mit-Organisator Stefan Petschnig beruhigen: "Wir sondieren gerade die Angebote für knapp 360 WC-Plätze und 180 Urinale." Im Gespräch sind Zeltstädte am Stadtrand, mobile Einheiten mit Bildschirmen und Leinwänden, die dahin fahren, wo die Fans sind.
Schwache Beleuchtung.
Kärntens Grüne sehen noch andere Schwächen: Der neue Abschnitt der Fanmeile wird von Wohnhäusern gesäumt und ist in den Abendstunden nicht ausreichend beleuchtet. "In der ganzen Viktringer Straße hängen nur drei recht schwache Lampen. Selbst in der 10. Oktober Straße gibt es nicht genügend Licht", sagt der Klagenfurter Gemeinderat Reinhold Gasper. Wie die Fans auf der Meile gehalten werden sollen, ist ihm ebenfalls ein Rätsel. Stadträtin Andrea Wulz beklagt die Informationspolitik der Verantwortlichen: "Die Klagenfurter werden im Dunkeln gelassen. Dieses Unwissen schürt Ungewissheit und Angst. Wie sollen wir uns unter diesen Umständen als freundliche Gastgeber präsentieren", sagt Wulz.
Musik soll beruhigen.
Vielleicht trägt Petschnigs Unterhaltungsprogramm ja ein wenig zum EM-Frieden bei: ein Mix aus DJs und Livebands, House, Reggae, "keine aggressive Musik, sondern Partystimmung". Anfang und Ende der EM-Wochen werden durch Höhepunkte markiert: die Sportfreunde Stiller und Jovanotti. Petschnig: "Zu dessen Auftritten kommen immer 6000 bis 8000 Leute."















