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    Zuletzt aktualisiert: 25.11.2007 um 05:10 Uhr

    "Man kann nichts auslöschen"

    Landesarchiv-Direktor Wilhelm Wadl über die Umbenennung von "Nazistraßen" in Klagenfurt, sinnvolle Kriterien, Zwischenrufer und neuen Zugang zur Vergangenheit.

    Landesarchiv-Chef Wilhelm Wadl warnt vor "überzogenem" Handeln

    Foto © PuchLandesarchiv-Chef Wilhelm Wadl warnt vor "überzogenem" Handeln

    Ein jahrelanges Hin und Her hat ein Ende. Am Dienstag beschäftigt sich der Klagenfurter Stadtsenat mit vier so genannten "Nazistraßen" (siehe Info), die auf Empfehlung der Historiker-Kommission umbenannt werden sollen.

    Kann die Landeshauptstadt damit das Kapitel abschließen?

    WILHELM WADL: Ja, ich finde schon. Das Entscheidende ist ein sensibler Umgang bei neuen Benennungen. Vergangenes kann man nicht auslöschen. Dann wären wir nicht anders als Stalin, der alle seine Kontrahenten von den Fotos herunterradieren ließ.

    Manche wie die Ottokar-Kernstock-Straße, die im oberösterreichischen Grein umbenannt wurde, ist nicht darunter. Warum nicht?

    WADL: Es verlangt auch niemand, dass die Karl-Marx-Straße abgeschafft wird. Die tiefroten Klagenfurter Vorstädte haben dem Marxismus-Begründer eine Straße gewidmet, der nichts dafür kann, welche Ideologie Leute, die sich darauf berufen, daraus gemacht haben. Das kann auf Kernstock umgelegt werden. Er war tot, bevor Hitler an die Macht kam und von seinem "Hakenkreuzlied" hat er sich distanziert.

    Was sind Ihrer Meinung nach angemessene Kriterien für die Umbenennung von Straßen?

    WADL: Die Nähe zum NS-Regime muss evident sein. Jeden zu verdammen, der formell in einer Diktatur den bequemeren Weg einer Parteimitgliedschaft gegangen ist, halte ich für überzogen. Über kurz oder lang können Kriterien auftauchen, die ganz andere Personen unter Generalverdacht stellen. Vielleicht werden sich die Tierschützer durchsetzen und Prägraten wird sich verantworten müssen, dass es einen Berg nach einem Tiermörder benannt hat. (Anm. d. Red.: Wiesbauerspitze wurde heuer nach dem gleichnamigen Wursthersteller benannt.)

    Man könnte sagen, Ferdinand Porsche ist ein klarer Fall. Trotzdem bleibt Porsche im Straßennamen, nur das "Prof." fällt weg. Ist das nicht reine Kosmetik?

    WADL: Das war ein Kompromiss. Bei Porsche ist es ja eklatant, es liegt eine faktische Verurteilung vor. Aber man darf nicht übersehen, dass das Produkt Porsche auch einen positiven Kontext hat.

    Trotzdem wetterte zum Beispiel Karlheinz Klement von der FPÖ gegen die Umbenennung. Warum fordern die "Nazistraßen" so viele politische Zwischenrufer heraus?

    WADL: Die Politik will damit tagespolitisches Kleingeld zählen. Die Instrumentalisierung der Gedenkkultur wird von beiden Seiten betrieben. Manche Reden, die vor Abwehrkampf-Denkmälern gehalten werden, sind zum Kotzen. Aber es gibt auch das andere Extrem alternativer Kreise.

    Fehlt es nicht ganz generell an Sachlichkeit in der Diskussion?

    WADL: Das ist kein österreichisches Spezifikum. Das geht quer durch Europa, in Spanien mit dem Bürgerkrieg, in Frankreich mit der Resistance etc. Die betroffene Generation, die immer kleiner wird, hat oft gegenüber der Familie alles vertuscht. Jetzt besuchen uns die Enkel im Archiv und kommen drauf: Um Gottes Willen, meine Großeltern waren Kriegsverbrecher. Gleichzeitig wird vielen bewusst, dass es eine neue Form des Erinnerns geben muss, weil es demnächst keine Zeitzeugen mehr gibt.

    Eine Aufgabe, die auf die Historiker zukommt. Dabei sind doch auch sie sich oft nicht einig. Wollte nicht die Alternativkommission mit Historiker Alfred Elste ganz andere Straßennamen ändern?

    WADL: Viele Zeitgeschichtler vertreten im wissenschaftlichen Diskurs Positionen politischer Parteien. Dadurch werden Auffassungsunterschiede verstärkt.

    Ist das Landesarchiv frei davon?

    WADL: Das Landesarchiv fühlt sich nicht als Hüter von absoluten Wahrheiten. Die hier tätigen Leute sind bemüht, nach bestem Wissen und Gewissen und ohne Dreinreden von der Politik zu arbeiten.

    INTERVIEW: BETTINA AUER

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