Kollision im Kosmos
Vier Milliarden Jahre raste Komet 17P/Hol-mes durchs All, krachte vor Kurzem gegen einen anderen Kometen, leuchtet jetzt wie der Mond und ist wohl bald für immer weg.

Foto © Astronomische VereinigungEin KOmet macht bald dem Vollmond Konkurrenz. Am 19. und 20. November ist er am besten sichtbar
Ein ungewöhnlicher Zusammenstoß im Weltraum sorgt derzeit für eine der faszinierendsten Himmelserscheinungen der letzten Jahre. Der Komet 17P/Holmes wurde vor 115 Jahren in England entdeckt und war seit Jahrzehnten verschollen.
Asteroiden. Jetzt hat er spektakulär auf sich aufmerksam gemacht. Manfred Posch, Leiter der Sternwarte Klagenfurt: "17P/Holmes muss in den letzten Tagen mit einem anderen Kometen oder Asteroiden zusammengestoßen und auseinander gebrochen sein. Und jetzt fegt der Sonnenwind - also die Partikel, die ständig von der Sonne ausgeschleudert werden - gefrorene Gasteilchen aus den Trümmern, die im Sonnenlicht strahlen." Die Folge: 17P/Holmes ist 100.000 Mal so hell wie früher und könnte, wenn er näher kommt, sogar noch stärker leuchten als der Vollmond. Zum ersten Mal ist er mit bloßem Auge erkennbar.
Sternbild Perseus.
Der Komet ist - wie die Erde - rund vier Milliarden Jahre alt, saust mit tausenden Kilometern pro Sekunde durch das All und ist noch eineinhalb Mal so weit entfernt wie die Sonne. Seine Position ist auf halber Himmelshöhe in nord-östlicher Richtung im Sternbild Perseus und seine elliptische Bahn verläuft zwischen Mars und Jupiter.
Zerbröseln.
Ironie des Schicksals: Kaum wird er populär, müssen wir uns vielleicht schon wieder von ihm verabschieden. Posch: "Wenn er zerbröselt ist, können ihn wohl auch die stärksten Teleskope nicht mehr erkennen!" Das war's.
Features
Fakten
Wer ihn noch sehen will: Bis auf weiteres finden an der Sternwarte Klagenfurt jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag um 19 Uhr Abendführungen statt.













