Hotel Wörthersee steht zum Verkauf
Armin Strohschein wirft nach 27 Jahren das Handtuch: Sein Schlosshotel in der Wörtherseeostbucht will er verkaufen. "Wegen der Bahn".

Foto © PeutzDas Traditionshaus steht zum Verkauf
Mittag im Schlosshotel Wörthersee ganz im Westen von Klagenfurt. Wo einst kaum ein Platz zu ergattern war, weil sich nicht nur die Klagenfurter Schickeria gern von Hotelier und Haubenkoch Armin Strohschein bewirten ließ, herrscht gähnende Leere. Nur an einem riesigen Tisch sitzt die Chefin Hiltraud Strohschein und macht die Buchhaltung.
1.850.000 Euro. Die Buchhaltung fürs "Suppenstudio", jenes Fertigsuppen-Unternehmen, das die Familie jetzt eher ernähren kann als das große gelbe Traditionshaus. Das Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Juwel der Wörtherseearchitektur, in dem man sich zur Sommerfrische traf. Das jetzt im Internet zum Verkauf steht. Für 1.850.000 Euro.
Preis ist höher. "Das kann nicht sein", sagt Hiltraud Strohschein, "das ist ja noch gar nicht offiziell! Und der Preis ist viel höher." Der Makler habe eigenmächtig gehandelt, sagt sie, "fragen Sie meinen Mann". Der ist gerade in Sachen "Suppenstudio" auf einer Messe in Deutschland.
"Stimmt", bestätigt er aber am Telefon. Der Grund? "Vor allem die Bahn! Die Züge werden immer mehr, immer lauter, immer länger. Die Gäste ziehen aus, weil sie den Lärm nicht ertragen", sagt er: "Und überall bauen sie Lärmschutzwände -bei uns nicht einmal das."
Nach einem Herzinfarkt musste er "die Haubenkocherei aufgeben" und leiser treten, so Strohschein, "und die Kinder wollen das Hotel nicht übernehmen". Nur eine Tochter führt das Restaurant "ÄtschPetsch".
"Einfach müde". Er wollte sein Haus "in aller Stille umwidmen", erzählt der Hotelier, "Wohnungen bauen". Das wollte auch der Voreigentümer, ehe Strohschein das Hotel 1980 erwarb, "um es zu retten". Jetzt sei er "einfach müde", sagt er.
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