Neue Unterkunft für Häftlinge abgelehnt
Freigängerhaus in Klagenfurt muss abgerissen werden. Wohin mit den Häftlingen? Nach Protesten der Anrainer platzte neues Bauvorhaben.
Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Alle wollen eine würdige Unterkunft für Häftlinge. Doch niemand will sie in seiner Nähe haben.
Anrainerproteste.
Wo immer die Justiz für Verurteilte bauen will, hagelt es Anrainerproteste. Deshalb wurde die Errichtung des neuen Freigängerhauses im Industriegebiet am Stadtrand von Klagenfurt geplant. Wo keine Wohnsiedlung, da keine Proteste - so die Überlegung. Denkste! Die Chefs der angrenzende Firmen - darunter des Einkaufszentrums Südpark - wehrten sich heftig gegen die Ansiedlung der Häftlinge.
Nachteile. Mit wirtschaftlichen Nachteilen und Kundenangst wurde argumentiert. Erfolgreich: Die Stadt Klagenfurt hob den Baubescheid für das Freigängerhaus auf. Dagegen hat die Bundes-Immobiliengesellschaft (BIG), die für Justizbauten zuständig ist, berufen. Vergebens: Jetzt lehnte auch das Land - als nächste Instanz - das Bauvorhaben ab. BIG-Sprecher Ernst Eichinger: "Das kam unerwartet. Eigentlich war das ganze Projekt schon auf Schiene."
Sonderwidmung.
Begründet wird die Ablehnung mit einer fehlenden Widmung. Die Querschüsse könnten aber auch andere Hintergründe haben: Angeblich hat einer der angrenzenden Firmenchefs selbst großes Interesse am Grundstück, auf dem die Justiz bauen will.
40 "Freigänger".
"Die Ablehnung ist ein Rückschlag", sagt Gefängnischef Peter Bevc. Im Freigängerhaus sind Kleinkriminelle untergebracht. Im Gegensatz zu anderen Gefangenen gehen sie tagsüber ihrer Arbeit nach und kehren erst nach Dienstschluss von ihren Firmen ins Freigängerhaus zurück. Derzeit leben in Klagenfurt knapp 40 "Freigänger" aus ganz Kärnten - ihr Haus steht in der Feldkirchnerstraße. Doch dieses Gebäude muss abgerissen werden. Bis August 2008 sollten die Verurteilten deshalb übersiedeln.
Nur wohin? Die Zeit drängt. Die BIG prüft nun alle Optionen. Auch den Schritt zum Verwaltungsgerichtshof.














