Nachtflüge während der Fußball-EM
Klagenfurter Flughafen könnte weit mehr Passagiere abfertigen, sagt die Austrocontrol. Während der EM müssen Flugzeiten verlängert werden.

Foto © ReutersWährend der EM müssen die Flugzeiten verlängert werden
"Schauen sie raus auf das Rollfeld", sagt Christoph Baubin. "Alle zwei, drei Minuten könnte hier in Klagenfurt ein Flugzeug starten. Da bleibt enorm viel Potential ungenützt", ärgert sich der Generaldirektor der Austrocontrol, jener Firma, die in Österreich die Luftraumüberwachung über hat. Seine Forderung nach mehr Frequenz für den Flughafen Klagenfurt hat nichts mit Liebe für den heimischen Tourismus oder die Industrie zu tun.
Klagenfurt am teuersten.
Der Hintergrund ist betriebswirtschaftlich. "Wir verrechnen überall in Österreich den gleichen Preis. Wenn wir aber tatsächliche Kosten verrechnen würden, wäre Klagenfurt, wegen der geringen Frequenz, unser teuerster Flughafen." Die Flugüberwachung in Klagenfurt werde also von den anderen österreichischen Flughäfen quersubventioniert.
Ausweitung der Betriebszeiten.
Ratschläge, wie man die Frequenz am Flughafen erhöhen könnte, wollen Baubin und Vorstandsdirektor Johann Zemsky keine abgeben. Allerdings haben sie eine Empfehlung für das Flughafen-Management: Man soll sich rechtzeitig um eine Ausweitung der Betriebszeiten während der Euro 2009 kümmern.
"Nacht- und Nebellandungen". "Denn die Fußball-Teams werden nach den Spielen abfliegen wollen, das muss man den Anrainern rechtzeitig klar machen und sich um die Genehmigungen kümmern", sagt Zemsky. Technisch sei die Mehrauslastung kein Problem. "Wir haben in Klagenfurt den höchst möglichen Sicherheitsstandard. Nacht- und Nebellandungen, alles ist möglich, nur genutzt werden die Möglichkeiten nicht", sagt Zemsky.
Europäischer Luftraum.
Ein Programm, bei dem die Austrocontrol in den nächsten Jahren mitmischen will: Die Zusammenführung der europäischen Luftraumüberwachung. Derzeit ist Europa in über 60 Luftraumsektoren geteilt, nach den Plänen der EU-Kommission sollen es in ein paar Jahren nur mehr sechs sein. Die Austrocontrol will sich mit ihrem Know-how führend bei der Vereinheitlichung und Steuerung einbringen. Bis 2015 soll das Programm zumindest in Teilen umgesetzt werden.













