Fun-Park-Chef muss ins Gefängnis
Ex-Geschäftsführer der Schleppe-Alm gestand, 730.000 Euro missbräuchlich verwendet zu haben. Ein Jahr unbedingte Haft.
Fünf Jahre lang hat der Ex-Geschäftsführer der Schleppe-Alm-Fun-Park-Gesellschaft Klagenfurt Geld veruntreut. Fünf Jahre lang blieb das unbemerkt. Laut Anklage zweigte der Verdächtige 730.000 Euro ab. Die wesentlichste aller Fragen ist aber: Was geschah mit dem Geld?
Die Antwort darauf lieferte ein Sachverständigen gestern, in der zweiten Prozessrunde. "Es gibt keine Hinweise, dass der Angeklagte das Geld für einen überhöhten Lebenswandel verwendet hat." Das deckt sich auch mit dem Geständnis des 35-Jährigen, der jahrelang für den kleinen Schiberg am Klagenfurter Stadtrand tätig war. "Von dem veruntreuten Geld ist nichts in meine Tasche geflossen", beteuerte der Verdächtige immer wieder.
Pistengeräte gekauft. Er bediente sich an jenen Summen, die er aus dem Verkauf des Kärntner Schipasses eingenommen hatte. Dieses Geld hätte er eigentlich an die "Schidata", welche die Schipässe vertreibt, weiterleiten sollen. Doch stattdessen kaufte der Angeklagte damit "Pistengeräte, investierte in den Lift und bezahlte Schwarzarbeiter" für den angeschlagenen Schleppe-Alm-Betrieb. Die Abrechungs-Manipulationen hat er geschickt verschleiert: Er sei irgendwann drauf gekommen, dass er die Einnahmen ganzer Tage unbemerkt aus dem Computer löschen kann.
Pleite. Vor knapp einem Jahr musste der Geschäftsführer schließlich seinen Hut nehmen, kurz danach wurde die Pleite der Betreibergesellschaft des Wintersport-Hausberges bekannt.
Tränen flossen.Im Beisein seiner Familie ließ der Ex-Geschäftsführer den Prozess über sich ergehen. Richter Christian Liebhauser-Karl sprach unter anderem von der "emotionalen Bindung", die der Angeklagte zum Unternehmen hatte. Nach der Urteilsverkündung flossen Tränen: Drei Jahre Haft, ein Jahr muss er Ex-Geschäftsführer unbedingt im Gefängnis verbüßen. Er nahm das Urteil an.














