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Zuletzt aktualisiert: 26.08.2007 um 02:30 Uhr

Madile: "Wir wollen keine leblosen Burgen am See"

Am Wörthersee brummt der Bau von Privatappartements. Doch das Ufer ist voll und das Geschäft ausgereizt. Schwappt die Appartement-Welle jetzt auf die anderen Seen über? Baumeister Axel Madile über Projekte am Faaker- und Ossiacher See und die Grenzen des Booms.

Seepark in Velden.

Foto © kkSeepark in Velden.

Ehe bei Haselsteiners Hotel Schloss Seefels in Pörtschach die Appartement-Diskussion um den Wörthersee losbrach, haben sie am Südufer vis a vis schon munter Appartements drauflosgebaut.
AXEL MADILE: Ja, den Lamplhof mit 44 Wohnungen beim Golfplatz in Dellach. Das war damals überhaupt kein Thema. Wir haben uns aber auch bemüht, die Wörthersee-Architektur dabei modern nachzuvollziehen.

Jetzt quillt bald auch die Veldener Bucht vor Appartements über. Dazu gehört auch ihr jüngstes Projekt, der Seepark Velden. Sind so viele Appartements für den See überhaupt noch verkraftbar?
MADILE: Eines stimmt gewiss: Wörthersee ist schon so teuer geworden, da ist das Ende der Fahnenstange erreicht.

Wie verkaufen sich Ihre Appartements?
MADILE: Wir haben jetzt die Hälfte verkauft, zu Preisen von 5000 bis 6000 Euro je Quadratmetern.

Die Hoteliers klagen aber zunehmend, dass die Appartements den Tourismus killen.
MADILE: Wir wollen ja selbst nicht, dass leblose Burgen dastehen. und haben deshalb in NVelden das Mischkonzept mit dem Werzer´s Velden und servisierten Wohnungen.

Wie soll das funktionieren?
MADILE: Es wird alles integriert. Die Käufer der Appartements sind verpflichtet, dass sie am Hotelbetrieb teilnehmen. Jeder zahlt im Jahr elf Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und muss für dieses Geld Leistungen des Hotels konsumieren, ob Frühstück, Wäscherei oder Spa-Bereich. Die Appartement-Betten sind damit nur ein anders finanzierter Teil der Fremdenverkehrsbetten im Ort. Die Bewohner müssen Teil des Tourismus sein.

Das Ziel sollte aber eigentlich eine Ganzjahresnutzung sein.
MADILE: Wir schaffens von April bis September, solange wie das Werzer´s eben auch in Pörtscha offen hat, das bei uns den Betriebervertrag hat.

Nun planen Sie ein Millionenprojekt mit 30 Residenzen in Egg. Schwappt die Appartement-Welle von Wörthersee auf den Faaker See über?
MADILE: Der Seepark Tschebull Faakersee ist ein normales Wohnungsprojekt auf den Gründen rund um das Gasthaus Tschebull. Die sind ja 300 Meter vom Seeufer weg. Es wird aber ein Teil des Tschebull-Strandbades den Wohnungeninhabern gehören.

Dazu sagt die Gemeinde ja? <(i>
MADILE: Ja sagen muss der Magistrat Villach, denn Egg liegt auf Villacher Stadtboden. Es wird ein Siedlungsgebiet für Villacher sein, ich sehe da kein Problem. In der Gemeinde Steindorf haben wir für ein größeres Projekt die Bewilligung schon in der Tasche.

Eine Appartement-Lawine für den beschaulichen Ossiacher See?
MADILE: Endlich bringen wir für den Ossiacher See was zusammen. Der braucht Belebung. Da gibt es viele Zukunfts-Projekte.

Was planen Sie?
MADILE: Beim Hotel Rondo, das zwei Jahre lang leer stand, bauen wir zwischen Steindorf und Bodensdorf den Seepark Rondo mit 19 Appartements, sowie ein Hotel mit ebenfalls 19 Wohneinheiten. Die werden auch verkauft aber von den Anlegern für den Hotelbetrieb zur Verfügung gestellt.

Geben Sie damit nicht den Ankick für eine neue Seenverbauung?
MADILE: Nein. Der Ossiacher See hat Nachholbedarf. Im Vergleich dazu hat der Faaker See eine rasante Entwicklung genommen.

Soll der Ossiacher See verbaut werden wie der Wörthersee?
MADILE. Nein, aber man muss ihm touristisch neues Leben einhauchen. Der Ossiacher See zieht ja ein völlig anderes Publikum an. Die wollen Ruhe und die Verbindung von See und Berg. Auch die Falkensteiner in Bodensdorf bauen aus. Sogar eine Aufstiegshilfe auf die Gerlitzen soll es geben.

Wer segnet eigentlich all die Appartement-Projekte ab?
MADILE: Die Landesregierung muss zum Betriebskonzept ja sagen. Widmungsgemäße Verwendung ist natürlich einzuhalten.

INTERVIEW: ADOLF WINKLER

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