Spielsüchtiger arbeitet in Wettbüro: "Schocktherapie"
Kärntner war zwei Jahre spielsüchtig und wurde kriminell. Jetzt arbeitet er selbst in einem Spiel-Lokal. "Andere leiden zu sehen, schreckt mich ab."

Foto © APA/SymbolfotoDas (nicht rechtskräftige Urteil) lautet: Neun Monate bedingte Haft
Das ist ein gefährliches Spiel: Ein spielsüchtiger Klagenfurter (23) arbeitet selbst in einem Spiel-Lokal. Das wurde während eines Prozesses am Landesgericht Klagenfurt bekannt. "Für mich ist es eine Art Schocktherapie, in einem Spiellokal beschäftigt zu sein", begründete der Kärntner seine Job-Wahl.
Vor Gericht. Der junge Mann stand wegen Diebstahls vor Gericht. "Ich brauchte Geld, um meine Spielsucht zu befriedigen", so der 23-Jährige. Er ist in die Ordination eines Polizeiarztes eingedrungen und wollte dort Bargeld und Medikamente stehlen. Den Schlüssel zur Ordination hatte er seiner eigenen Mutter gestohlen, die als Putzfrau in der Praxis des betroffenen Arztes beschäftigt ist. Der Coup des 23-Jährigen scheiterte jedoch, weil er vom Mediziner auf frischer Tat ertappt wurde.
Vermögen weg. "Ich war spiel- und drogensüchtig, daher brauchte ich immer mehr und mehr Geld", sagte der Klagenfurter bei seinem Prozess. Gegen seine Drogensucht macht der junge Mann derzeit eine Therapie. Aber was er gegen seine Spielsucht unternimmt, ist eigenartig.
"Für mich abschreckend". "Ich arbeite in einer Spielhalle und in einem Wettbüro", sagt der Beschuldigte. Richter Manfred Herrnhofer findet das problematisch: "Sie waren zwei Jahre selbst spielsüchtig. Das ist sicher nicht der richtige Job für Sie." Der Betroffene sieht das anders: "Für mich ist das abschreckend, wenn ich sehe, wie die Leute ihr ganzes Vermögen in einen Automaten werfen. Ehrlich, das ist die beste Therapie für mich."
Zweifel bleiben. "Sie sehen täglich zu, wie sich andere Menschen ins Unglück stürzen und glauben das Ihnen das hilft?", fragt der Richter nach. "Ja", antwortet der Mann. "Ich wünsche es Ihnen", sagt der Richter. Zweifel bleiben trotzdem. Das (nicht rechtskräftige Urteil) lautet: Neun Monate bedingte Haft.













