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Zuletzt aktualisiert: 29.07.2007 um 05:10 Uhr

Büffel schützen Keutschacher Moore

Um das Zuwachsen der Moore zu verhindern, hat man in der Gemeinde Keutschach Wasserbüffel engagiert. Die massigen Tiere dienen dem Pflanzenschutz.

Die Büffel wurden aus Ungarn nach Kärnten gebracht, um das Zuwachsen der Moore zu verhindern

Foto © ReutersDie Büffel wurden aus Ungarn nach Kärnten gebracht, um das Zuwachsen der Moore zu verhindern

Warum sollten bei dieser Hitze nicht auch einmal westungarische Wasserbüffel einen Urlaub in Kärntens Mooren machen dürfen? Noch dazu, wenn sich daraus ein Vorteil für die Natur ergibt. . .

"Moore wachsen zu". Zumindest hat man sich das in der Gemeinde Keutschach gedacht, wo sieben westungarische Wasserbüffel für einen längerfristigen Aufenthalt in den Keutschacher Mooren engagiert wurden. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt in Kärnten, welches in Deutschland und Burgenland bereits umgesetzt wurde. "Wir mussten etwas tun, da sonst unsere Moore zuwachsen und somit viele heimische Pflanzen zerstört werden. Wir haben sehr lange nachgedacht, bis uns der Alternativnobelpreisträger Michael Succow diese Variante vorgeschlagen hat", erzählt Gerhard Oleschko, Bürgermeister von Keutschach.

Feines Menü. In der Gemeinde gastieren die schwarzen Paarhufer seit 11. Mai und bekommen jeden Tag ein abwechslungsreiches Menü an verschiedenen Moorpflanzen aufgetischt. Durch das Fressen und Niedertreten der Pflanzen wird das Zuwachsen des Feuchtgebietes verhindert. "Bisher haben wir durchaus positive Erfahrungen gemacht. Das Projekt ist kostengünstig und schont die Natur", erzählt Sybille Krassnitzer, Projektleiterin und Obfrau des Ramsar-Verein für Natur und Umwelt.

Sumpfige Aussichten. Der Tagesablauf eines Wasserbüffels ist einfach: Fressen und sich im Schlamm suhlen. Die fünf weiblichen und die zwei männlichen Tiere werden den ganzen Tag über in einem abgegrenzten Gebiet gehalten und von Vereinsmitgliedern umsorgt. In den kalten Wintermonaten kommen die Tiere auf einen Weideplatz, wo sie mit Heu gefüttert werden. Die Anzahl der Wasserbüffel muss genau eingehalten werden, da diese der Moorfläche angepasst wurden. "Mehr als sieben Stück der Büffel würden mehr Schaden anrichten als nützlich sein", sagt Krassnitzer.

Positive Stimmen. Keutschach will aber nicht nur den Vorteil für die Umwelt erwähnt wissen, sondern auch den großen wirtschaftlichen Nutzen für die heimischen Bauern. Sie werden die Tiere im Winter mit dem nötigen Futter versorgen - aber nur bis 2013. Dann ist der Urlaub voraussichtlich zu Ende.

MARTINA SCHMERLAIB

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