Steuerexperte als Geldfälscher
Gründungsobmann des Lohnsteuerhilfsvereins muss in Haft. Er handelte mit Drogen und machte Falschgeldgeschäfte mit Blüten aus Dubai.

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Krawatte und Handschellen. Beim Angeklagten (34) passt vieles nicht zusammen. Vor sieben Jahren gründete er einen Swingerclub - dann verwandelte er sich plötzlich in einen Steuerexperten. Tausende Kärntner Arbeitnehmer vertrauten ihm ihr Geld an und ließen über den Verein des Mannes ihre Jahresausgleiche beim Finanzamt abwickeln. Gestern stand der Kärntner wegen Geldwäsche und Drogenhandels vor Gericht. "Ich bereue, dass ich so weit gegangen bin", sagte der Angeklagte und legte ein Geständnis ab.
Ungereimtheiten.
Doch die "Suchtgift- und Blütengeschäfte" sind nicht sein einziges Problem. Auch mit dem Steuerverein geriet der Mann ins Visier der Justiz. 2004 hatte er den "1. Lohnsteuerhilfsverein Kärnten" gegründet. Bis es heuer im Jänner zu Ungereimtheiten kam: Geld verschwand, dutzende Arbeitnehmer bangen seitdem um 70.0000 Euro (wir berichteten). Der Angeklagte steht im Verdacht, das Geld seiner Klienten veruntreut zu haben. Und das obwohl er zuletzt 5000 Euro monatlich verdiente.
Gefälschte US-Dollar.
In dem Prozess am Dienstag ging es ausschließlich um Suchtgift- und Falschgeld. Er soll regelmäßig Kokain von Kroatien nach Österreich geschmuggelt haben. In Klagenfurt versorgte er unter anderem einen Bar-Besitzer mit Koks. Zusätzlich besorgte der Verdächtige noch Falschgeld aus Dubai. Laut Anklage brachte der Kärntner gefälschte US-Dollar im Wert von 15.000 Euro in Umlauf. "Ich brauchte das Geld für meine eigene Sucht. Ich hatte enormen, beruflichen Druck", rechtfertigte sich der 34-Jährige.
Das Urteil. Zweieinhalb Jahre unbedingte Haft. Fortsetzung folgt: Denn auch wegen Lohnsteuerhilfsvereins wird es noch einen Prozess gegen den Mann geben. Für ihn gilt derzeit in vollem Umfang die Unschuldsvermutung.














