Zuerst vorlöten, dann umfallen
Lokalaugenschein in Klagenfurt: Der Samstagabend beginnt für einige Jugendliche mit einem roten Doppler auf der Bushaltestelle.

Foto © HolzerDie Polizei wacht an den Wochenenden an den neuralgischen Punkten
Kinder, die sich bis zur Besinnungslosigkeit betrinken: Dieses Thema beschäftigt derzeit die Politik. Um dem Alkoholkonsum Einhalt zu gebieten, werden Maßnahmen, wie farblich kodierte Jugendausweise und Alkoholverbote gefordert.
Dopplerflasche Rotwein. Die Kleine Zeitung beobachtete in Klagenfurt, wie trinkfreudig die Jugend tatsächlich ist. Es ist 20 Uhr, noch taghell. Eine Gruppe Mädchen sitzt an einer Bushaltestelle des Heiligengeistplatzes und führt sich eine Dopplerflasche Rotwein zu Gemüte. Weder der Abendverkehr um sie herum, noch die exponierte Lage scheinen sie zu stören. Die sommerlichen Temperaturen laden offenbar viele junge Menschen dazu ein, in Parks oder auf öffentlichen Plätzen dem "Vorlöten" zu frönen, also dem massigen Alkoholkonsum vor dem eigentlichen Fortgehen. "Der Rausch ist so billiger", erzählen die Jugendlichen.
40-jährige Sponsoren. Aber das heißt nicht, dass dort nicht weiter getrunken wird. In einem bekannten Jugendlokaltreffen Teenager ein, die, offensichtlich nicht mehr nüchtern, die Stiege in den Keller hinunterwanken. Auch vergleichsweise altere Gäste mischen sich unter das Volk. So laden zwei Italiener um die vierzig, minderjährige Mädchen auf Mischgetränke ein.
Polizeipräsents. Draußen auf der Straße wird gepöbelt. Ein Bursche will einen anderen verprügeln. Als die Polizei vorbeifährt scheinen die Differenzen vergessen. Die Polizei scheint an diesem Abend überhaupt omnipräsent zu sein, immer wieder sieht man Blaulicht. In der Osterwitzgasse liegt ein junger Kerl, der über den Durst getrunken hat, auf der Straße. Mit unkoordinierten Bewegungen versucht er auf die Beine zu kommen. Zwei Freunde schleppen ihn schließlich heim. Gute Nacht: Es ist zwei Uhr.













