Aug in Auge mit dem Krieg
Der Kulturverein Coop05 hat die Erzählung "Aug in Auge"des kirgisischen Autors Aitmatov dramatisiert. Am 1. März ist in Klagenfurt Premiere.

Foto © Coop05/JosekSejde (Susanne Kubelka) versteckt ihren Mann Ismail (Jürgen Sihler)
Wann wird ein Opfer zum Täter? Wann verliert der Mensch im Krieg sein soziales Gewissen? Diesen Fragen will der Kulturverein Coop05 in seiner Produktion "Aug in Auge - Chronologie einer Entfremdung" auf den Grund gehen. Am 1. März feiert das Stück, das eine Dramatisierung der Erzählung "Aug in Auge" des kirgisischen Autors Tschingis Aitmatov aus dem Jahr 1958 ist, im Klagenfurter Bergbaumuseum Premiere.
Opfer werden zu Tätern. Im Mittelpunkt der Handlung steht die junge Sejde (Susanne Kubelka), die ihren desertierten Mann Ismail (Jürgen Sihler) gegen den Widerstand eines ganzen Dorfes versteckt. "Es ist eine Versuchsanordnung, wie ein Dorf mit dem Krieg zurechtkommt. Zunächst wirken alle Beteiligten als Opfer. Es ist interessant, wie sie zu Tätern werden, indem sie das System unterstützen und Werte aufrechterhalten, die der Krieg vorgibt", sagt Regisseur Gerhard Roiss. Ausgeklammert ist die Frage der Schuld und des Rechts. "Darin liegt die Kraft der Geschichte", betont Roiss.
Relevanz. Das Sechs-Personen-Stück wurde in einer leicht variierten Besetzung bereits in der Kölner Christuskirche gezeigt. Nach fünf Aufführung in Klagenfurt wird "Aug in Auge" Ende Juni auch am Persmanhof in Eisenkappel gezeigt. Das Bergbaumuseum, das im Zweiten Weltkrieg als Bunker der "Gauleitung Klagenfurt" diente und der Persmanhof, der ein Museum des antifaschistischen Widerstandes in Kärnten ist, wurden von Coop05 bewusst ausgewählt. "Der Plot funktioniert zwar überall, doch er bekommt eine größere Relevanz, wenn er an Orten gespielt wird, wo Krieg stattgefunden hat", sagt Roiss.
Ob Coop05 die ursprüngliche Idee, das Stück auch in Slowenien zu zeigen, noch umsetzen kann, ist fraglich. Denn die EU fördert das Theaterprojekt nicht, das Budget ist daher knapp.
Features
Aufführung
- "Aug um Auge": Dramatisierung der Erzählung des kirgisischen Autors Tschingis Aitmatov
- Termine: Premiere am 1. März, 20 Uhr im Klagenfurter Bergbaumuseum
- Weitere Termine: 2., 3., 4. und 5. März jeweils 20 Uhr; am Persmanhof (Eisenkappel) am 29. und 30. Juni
- Karten: 0 69 9/19 47 78 69
Coop05
2005 in Klagenfurt von Gerhard Roiss und Susanne Kubelka gegründet. "Aug in Auge - Chronologie einer Entfremdung" ist ihr erstes länderübergreifendes Projekt.













