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    Zuletzt aktualisiert: 21.05.2013 um 05:10 UhrKommentare

    Der "große Bruder" fährt immer mit

    Bereits 5400 Kameras überwachen uns auf Österreichs Autobahnen. Manche helfen auch bei der Verbrecherjagd.

    Foto © KLZ/Weichselbraun

    49Videokameras werden laut Verkehrsministerin Doris Bures (SP) zur Überwachung der Rettungsgasse auf Autobahnen "scharf geschaltet". In Kärnten allerdings kann die Polizei noch nicht digital Jagd auf Rettungsgassen-Muffel machen. "Es gibt aber auch schon bei uns Gespräche über solche Kameras", sagt Oberst Adolf Winkler, Leiter der Kärntner Verkehrspolizei. Einen Standort kann er aber noch nicht nennen.

    Unbeobachtet bleiben Autofahrer ohnehin schon jetzt auf fast keinem der 2178 heimischen Autobahnkilometer (davon 260 in Kärnten). Der "große Bruder", wie die Alltagsüberwachung auch genannt wird, schaut häufig zu. 5400 Kameras sind im Asfinag-Straßennetz bundesweit bereits im Einsatz. Die meisten gibt's rund um oder in einem der 150 Tunnel, doch immer mehr kommen auch zur schnellen Regelung des Verkehrs via Überkopfanzeigen zum Einsatz.

    Auch werden mit Spezialkameras Vignetten, Geschwindigkeiten (Section Control) und Abstände kontrolliert (siehe Grafik), manche werden sogar zur Verbrecherjagd genutzt. Bei diesen Einsätzen verknüpfen Ermittler etwa bei der Suche nach gestohlenen Autos die Fotodaten mit der Verbrechensdatei.

    Doch oft geht es schlicht um die Verkehrssicherheit. Vor allem in Tunnels wird die Technik immer ausgefeilter. So wird bei Bau- oder Renovierungsarbeiten (wie zum Beispiel auf der Klagenfurter Nordumfahrung) ein akustisches Monitoring installiert. Anhand von Mikrofon- und Videoaufnahmen erkennt das System, ob es zu untypischen Geräuschen (Aufprall, Vollbremsung) kommt, und schlägt Alarm.

    Noch gefinkelter funktioniert die europaweit modernste Thermoscanner-Anlage im Karawankentunnel: Zwei Infrarotkameras messen dort bei Schwerfahrzeugen, ob es im Motor- oder Reifenbereich Überhitzungen gibt. Wenn ja, wird der Lkw von der Autobahn heruntergeleitet. Mehr als hundert Fahrzeuge wurden solcherart im ersten Jahr bereits ausfindig gemacht.

    Zur Steuerung des Verkehrsflusses läuft in Wien seit November 2012 ein Test, für den am Dreieck A23, A4 und S1 150 Sensoren und 300 Kameras montiert wurden. Die eingeholten Daten werden in Echtzeit an mit speziellen Navi-Geräten ausgestattete Autofahrer weitergeleitet, die so punktgenau reagieren können. Am Ende der Daten-Autobahn sitzt dann quasi der Fahrer selbst.

    ULRICH DUNST, KLAUS HÖFLER, WOLFGANG ZEBEDIN

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