Nach 26 Operationen endlich schmerzfrei
Fast zweieinhalb Jahre nach einem schweren Arbeitsunfall kann der zweifache Familienvater Fritz Strahlhofer wieder lachen. Dank eines Ärzteteams am Klinikum Klagenfurt. Von Peter Kimeswenger.

Foto © GTKErfolgreiche Operation. Fritz Strahlhofer mit Oberarzt Stephan Paier, Ute Kostmann, Raffaela Schmölzer und Primarius Matthias Rab (von links)
"Es ist wie ein Wunder. Vielen Dank." So beschreibt Fritz Strahlhofer aus Pusterwald im steirischen Bezirk Murtal seine Gefühle. Seit dem 28. Oktober 2010 hat er fast keine Nacht länger als zwei Stunden geschlafen. Schmerzen wurden zu seinem Dauerbegleiter - Tag und Nacht.
Was war passiert? "Ich arbeitete im Betrieb meiner Schwiegereltern als Forstarbeiter", erzählt Strahlhofer. "Wir haben in einer Waldparzelle geschlägert, es hatte leicht geschneit. Ich bin ausgerutscht, mit der laufenden Motorsäge in der Hand", schildert der Vater von zwei Buben im Alter von fünf und zehn Jahren. Strahlhofer stürzte rücklings gegen eine Böschung, die Säge fiel zu Boden, das rotierende Kettenblatt durchtrennte ihm trotz Schnittschutzhose und Sicherheitsschuhen die Achillessehne am linken Bein. Es folgte eine Odyssee: Erstversorgung im LKH Judenburg, Operation Nummer eins, wochenlange Krankenhausaufenthalte, dann Rehabilitation, schlechte Wundheilung, wieder Operationen, insgesamt 23, Komplikationen. Im Herbst stieß Strahlhofer im Internet auf Primarius Matthias Rab und dessen Team an der Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am Klinikum Klagenfurt.
Am 6. November 2012 saßen sich Rab und Strahlhofer zum ersten Mal gegenüber. Die Vorbereitungen für einen aufwendigen Eingriff, bei dem ein acht mal sechs Zentimeter großes Loch an der Achillessehne geschlossen werden sollte, begann. Vor zwei Wochen war es dann so weit: In drei Tranchen, die zweimal sechs und einmal drei Stunden dauerten, konnten Matthias Rab, sein Oberarzt Stephan Paier und Unfallchirurg Heinz Bürger mit einem Gewebeblock, der samt Nerven aus dem Oberschenkel entnommen wurde, das Loch schließen. "Entscheidend war die Verbindung der Nerven. So kann die Funktionalität des Fußes wieder- hergestellt werden", sagt Rab. Schon bei den ersten zaghaften Schritten mit Unterstützung von Physiotherapeutin Gerlinde Urschitz stand für Strahlhofer fest: "Ja, es wird."
200 Nähte hat der Fortarbeiter, sie müssen noch entfernt werden. Eine "Kleinigkeit", sagt der Mann mit dem großen Kämpferherz: "Ohne den Rückhalt meiner ganzen Familie hätte ich es aber nicht geschafft."













