Alko-Polizist: Rätsel um Geschehnisse im Nachtdienst
Die Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß ordnet umfangreiche interne Untersuchungen auf Dienststelle an. Extrem hoher Alkoholisierungsgrad von 52-Jährigem irritiert.

Foto © KLZ/Helmuth Weichselbraun
Was geschah zwischen Freitag 19 Uhr und Samstag 7 Uhr früh im Polizeianhaltezentrum in Klagenfurt? Ein Beamter besagter Dienststelle war knapp eine halbe Stunde nach Ende seines Nachtdienstes auf der Heimfahrt ins Gurktal mit seinem Pkw verunglückt, mit 1,8 Promille im Blut.
Der Unfall forderte einen Leichtverletzten, der sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung befindet. Der Alkolenker (52) wurde sofort suspendiert. Das reicht Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß nicht aus: "Wir sind dabei, durch eine umfangreiche interne Untersuchung restlos zu klären, ob und in welcher Weise es zum Alkoholkonsum während des Dienstes gekommen ist."
Unkommentiert lässt die Landespolizeidirektorin Gerüchte, wonach in besagter Nacht kein Beamter in der zwingend vorgeschriebenen Funktion des Kommandanten im Dienst gewesen sei. "Das Polizeianhaltezentrum ist, wie uns auch immer aus außerhalb der Exekutive attestiert wird, eine erstklassig geführte Dienststelle - trotz der enormen Belastung für alle Kolleginnen und Kollegen." Kohlweiß verwehrt sich gegen jegliche Pauschalverurteilung von "blauen" Polizisten. "Jeder einzelne Fall ist ein Fall zu viel. Generell sind Alkoholprobleme bei Polizistinnen und Polizisten aber kein Thema."
Neben der Frage, wie es dem 52-Jährigem möglich war, sich den gesundheitsgefährdenden Promillewert von 1,8 anzutrinken, bleibt die Frage nach dem Warum. Aus dem Bekanntenkreis sickerte durch, dass der Polizist geschieden sein soll. Probleme in einer Beziehung hätten ihm in den vergangenen Wochen extrem zugesetzt.
Vor der Disziplinarkommission erwartet den Ordnungshüter eine Geldstrafe in der Höhe mehrerer Monatsgehälter. Im Extremfall steht sogar eine Entlassung im Raum.














