"Typisch männlich-martialisch"
Was will Kurt Scheuch mit seinem "respekTiere"-Video sagen? Seine Antwort: Es sei "ein kleines Kunstwerk", soll eine "neue Facette" seiner Person beleuchten und diene "der Bewusstseinsbildung". Von Antonia Gössinger

Foto © APA/Youtube-Screenshot
FPK-Chef Kurt Scheuch hat es mit exotischen Tieren. Zuerst wird angeblich ein Krokodil in seinem Fischrevier an der Drau gesichtet. Gestern beschimpfte er Büchner-Preisträger Josef Winkler als "literarisches Zirkusäffchen". Und in seinem seltsamen Internet-Video kuschelt er mit Spinnen und Schlangen. Was will er damit mitteilen? Scheuchs Antwort vergrößert nur die Ratlosigkeit: Es sei "ein kleines Kunstwerk", soll eine "neue Facette" seiner Person beleuchten und diene "der Bewusstseinsbildung". Welcher, sagt der FPK-Chef nicht.
"Ratlos" zeigte sich die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten". Dem Tierschutzgedanken würde mit dem Clip kein Dienst erwiesen. Gefährlich anmutende Exoten gehörten in keine Amtsstube und nicht in Privathand. Außerdem fordert die FPÖ, Scheuchs Schwesterpartei, Verschärfungen in der Tierhaltung von Exoten. Auch das Geheimnis seiner großflächigen Rücken-Tätowierung lüftete Scheuch nicht. Für eine Klagenfurter Tätowiererin ist dies schlicht "ein typisch männlich-martialisches Motiv von mittlerer Qualität".
Welche Art der politischen Botschaft mit Scheuchs Video verbunden sein soll, erschließt sich Matthias Karmasin, Kommunikationswissenschaftler von der Uni Klagenfurt, nicht. "Mit solcherart an das Dschungelcamp erinnernde Auftritte" könne zumindest Aufmerksamkeit erzeugt werden. Mehr war wohl nicht drin: 37 positiven Bewertungen standen gestern Abend auf Youtube 812 negative gegenüber.













