Lenker 44 Mal ohne Schein erwischt
Seit 2005 wird ein 52-Jähriger im Schnitt alle zwei Monate als Schwarzfahrer erwischt. Und ist leider nur einer von vielen Unbelehrbaren.

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Seit sieben Jahren fährt ein 52-jähriger Klagenfurter ohne Führerschein mit dem Auto. Durchschnittlich alle zwei Monate wird er von der Polizei, die ihn natürlich bestens kennt, erwischt. Bis heute macht das - gerechnet auf die Zeitspanne - für Kärnten rekordverdächtige 44 Mal!
Weil der Beschäftigungslose kein Geld hat, sitzt er seine Strafen regelmäßig im Polizeianhaltezentrum ab. "Er denkt nicht daran, sein Leben zu ändern", sagt Friedrich Hrast, Leiter des Strafamtes der Landespolizeidirektion. Und fügt hinzu: "Es ist also davon auszugehen, dass er weiter aktiv ist." Der Mann ist schlichtweg unbelehrbar. Da ist er nicht der Einzige: Ein 39-jähriger Klagenfurter wurde seit 2008 genau 22 Mal ohne Schein, zudem teilweise auch alkoholisiert, hinter dem Steuer eines Autos erwischt. Für Schlagzeilen sorgte vor einigen Jahren ebenfalls ein Klagenfurter. Der Mann ist 20 Jahre lang ohne Schein unterwegs gewesen und wurde allein in der Landeshauptstadt 90 Mal als Schwarzfahrer erwischt. Seit zwei Jahren ist er, zumindest in Klagenfurt, nicht mehr aufgefallen.
Solche Wiederholungstäter haben eines gemeinsam: Sie gehen lieber ins Gefängnis, als auf eine Schwarzfahrt zu verzichten. Und das obwohl pro führerscheinloser Autofahrt eine Ersatzfreiheitsstrafe von bis zu sechs Wochen verhängt werden kann. Was die Behörden auch tun. Hrast: "Nur: Solche Lenker schreckt nicht einmal Gefängnis ab!"
Gibt es immer mehr Unbelehrbare hinter dem Steuer? "Eigentlich nicht. Wir haben natürlich unsere Kandidaten. Die meisten Lenker werden aber schlauer, nachdem sie zwei Mal erwischt wurden. Und andere schreckt die Freiheitsstrafe doch ab."
Eine andere Handhabe gegen notorische Schwarzfahrer, die problemlos ein Auto auf sich anmelden können, hat die Polizei nicht. Laut Gesetz darf man es ihnen auch nicht abnehmen.
Features
Nüchtern betrachtet
Fast 100.000 Führerscheine wurden laut Verkehrsministerium im Vorjahr österreichweit entzogen. Allein in Klagenfurt wurden 1350 Führerscheinentzugsverfahren eingeleitet. Die häufigsten Gründe für derartige Verfahren sind Alkohol, Raserei, Fahren trotz Führerscheinabnahme.
2,2 Millionen Euro Strafgelder wurden laut Innenministerium 2011 österreichweit allein bezüglich des Führerscheingesetzes kassiert. Die höchste Summe nach Wien nahm die damalige Bundespolizeidirektion Villach ein: 379.494 Euro. In Klagenfurt waren es "nur" 262.736 Euro Strafgeld.












