Tourismus-Wahl als Geistersitzung
Nächste Runde im Schlagabtausch zwischen Wirtschaftskammer und Stadt Klagenfurt: Zur Gründungsversammlung des Tourismusverbandes Klagenfurt drohen leere Sitzreihen.

Foto © Fotolia2000 Sitzplätze stehen für Unternehmer zur Konstituierung des Tourismusverbandes bereit - doch Pächer rät diesen, fernzubleiben
In der Landeshauptstadt fliegen die Fetzen zwischen Wirtschaftskammer (WK) und Bürgermeister Christian Scheider, hinter dem sich der gesamte Stadtsenat versammelt hat (die Kleine Zeitung berichtete).
Auslöser ist die Einladung der Stadt zur konstituierenden Sitzung des Tourismusverbandes am 24. Oktober. In 33 anderen Kärntner Tourismusorten findet die Wahl der Vereinsorgane unabhängig von der Zahl der anwesenden Mitglieder statt.
"Frotzelei der Stadt"
Anders in Klagenfurt: In der Landeshauptstadt ist die Gründungsversammlung erst bei knapp 2200 Anwesenden - einem Drittel der 6539 Unternehmer, die eine Tourismusabgabe leisten - beschlussfähig. Für WK-Präsidenten Franz Pacher eine "Frotzelei der Stadt". Er warnt vor "Stillstand im Tourismus", da die Hälfte des Tourismusbudgets (rund 1,1 Millionen Euro) in jedem Fall dem neuen Verband zugutekäme: Auch dann, wenn dieser keine gewählten Organe habe. Rund 500 Klagenfurter Betriebe lebten vom Tourismus, nur diese seien auch zur Wahl zu bewegen.
Im Rahmen einer Pressekonferenz riet Pacher "seinen" Unternehmern nun sogar, "nicht zur Gründungsversammlung des Tourismusverbandes zu gehen, weil das sinnlos ist". Von einem "Boykott" will Pacher nicht sprechen, sondern "von einer Information". Die Unternehmer sollten "den Mittwochnachmittag lieber zum Arbeiten nützen".
Vorwürfe zurückgewiesen
Scheider und Vizebürgermeister Albert Gunzer (beide FPK) wiesen Pachers Vorwürfe "empört" zurück: Tourismusgelder würden "zu 100 Prozent für den Klagenfurter Tourismus" verwendet. Scheider legt im Gespräch mit der Kleinen Zeitung nach: "Pacher sitzt im falschen Boot, er müsste an die Unternehmer appellieren, hinzugehen."
Wie es nach einer möglichen "Geistersitzung" in der Wörtherseehalle (Platz ist für rund 2500 Besucher) weitergeht, ist aus juristischer Sicht unklar. Während Pacher ankündigt, seitens des Landes werde der Stadt ein neuer Sitzungstermin vorgeschrieben, widerspricht ihm Scheider: "Wir haben eine andere Rechtsmeinung."
Features
Zum Thema
Wer wählt wann?
In 35 Kärntner Gemeinden finden konstitutionierende Sitzungen statt.
Der Wahlvorschlag wird drei Tage vor der Wahl eingebracht.
Die Wahl zum Vorstand ist eine geheime Stimmzettelwahl.
Die Mitglieder werden auf fünf Jahre gewählt.
15. Oktober: Feldkirchen, Greifenburg, Lesachtal, Stall, Velden.
16. Oktober: Bad Bleiberg, Feld am See, Krems, Rosegg, St. Georgen am Längsee.
17. Oktober: Berg im Drautal, Eisenkappl-Vellach, Heiligenblut.
18. Oktober: Bad Kleinkirchheim, Malta, Maria Wörth.
19. Oktober: Rangersdorf.
22. Oktober: Obervellach-Reißeck, Pörtschach, St. Kanzian, Villach.
23. Oktober: Finkenstein, Radenthein, Schiefling, Mallnitz.
24. Oktober: Klagenfurt, Krumpendorf, Millstatt, Seeboden, Treffen, Wolfsberg.
25. Oktober: Reichenau, St. Veit, Steindorf.













