Heuer schon vier Drogentote
Kriminalisten orten einen zunehmenden Missbrauch von Medikamenten bei der Jugend. Am 4. Oktober ist eine Villacherin an einer Medikamentenvergiftung gestorben.

Foto © KLZ/Helmuth Weichselbraun
Ein Medikamenten-Cocktail aus Präparaten, die beruhigende und aufputschende Wirkung haben, hat einer Villacherin (23) das Leben gekostet. Die Frau starb, wie erst jetzt bekannt wurde, vor einigen Tagen in der Wohnung ihres Freundes, der von der Polizei dem Drogenmilieu zugeordnet wird. Es war dies heuer bereits der vierte Todesfall in Kärnten aufgrund von Drogenmissbrauch. Auch im Vorjahr gab es insgesamt vier Tote.
Erst in der Vorwoche verstarb in Spittal ein 18-Jähriger, der über einen längeren Zeitraum Butangas aus Feuerzeug-Nachfülldosen geschnüffelt hatte. Anfang Juli fand in Klagenfurt ein Mann seinen Bruder (33) leblos auf einem Sofa sitzend in dessen Wohnung. Todesursache: ein Drogenmix aus Haschisch und anderen Substanzen. Ebenfalls in seiner Wohnung starb im Frühjahr ein 42-jähriger Klagenfurter. Er wurde von seiner Lebensgefährtin gefunden. Bei der Obduktion stellte sich heraus, dass der Konsum eines Drogenmixes zu einer tödlichen Gehirnschwellung geführt hatte.
Für Karl Schnitzer, Leiter der Suchtgiftgruppe im Landeskriminalamt, wird der zunehmende Medikamentenmissbrauch zu einem ernsthaften Problem. "Und die Konsumenten werden immer jünger." Bei Haschisch, Kokain und Heroin nehmen "Versorgungsfahrten" von und nach Slowenien merklich zu. "Der Druck aus unserem südlichen Nachbarland wird spürbar größer", sagt Schnitzer. Als "Brennpunkte" gelten neben Klagenfurt und Villach die grenznahen Bezirke Völkermarkt und Wolfsberg.
Absatz und Konsumation verlagern sich verstärkt in den privaten Bereich, was die Fahndungsarbeit erschwert. Ein "großes Thema" sind für die Kriminalisten Kleindealer aus Afrika, vor allem im Raum Klagenfurt. Und die Zahl von Haschisch-Indoor-Plantagen steigt landesweit an.












