Hürdenlauf mit Happy End
Die 27-jährige Amerikanerin Catherine Stone hätte abgeschoben werden sollen. Nach einem Ämtermarathon darf sie nun in Kärnten bleiben.

Foto © KLZ/Markus TraussnigCatherine Stone darf bei ihrem Mann Joe und den Kindern Kaya und Alice in Kärnten bleiben
"Wir sind heilfroh und dankbar, dass die Sache gut ausgegangen ist. Aber es ist uns immer noch ein Rätsel, wieso wir zwei Jahre lang hingehalten wurden", sagt Joe Stone. So lange hat der Familienvater zittern müssen, ob seine Frau Catherine in Österreich bleiben darf. Die zweifache Mutter wurde Mitte Mai von der Bundespolizeidirektion Klagenfurt zur Ausreise aufgefordert, weil sie nur über ein Touristenvisum verfügte - das längst abgelaufen war. Für die Familie ist damals eine Welt zusammengebrochen.
Das Bangen hat jetzt ein Ende: Catherine Stone hat die Rot-Weiß-Rot-Karte erhalten und darf in Kärnten bleiben. Der Weg dorthin war allerdings alles andere als angenehm: Vor sechs Jahren ist die amerikanische Staatsbürgerin nach Österreich gekommen, in Wien verliebte sie sich in den 30 Jahre älteren Joe Stone. Das Paar bekam Kinder (Kaya, 5, und Alice, 3) und zog nach Kärnten. Die Probleme begannen schon zuvor in Wien: Das Innenministerium lehnte Catherines Antrag auf die Karte ab, weil sie und ihr Mann die Einkommenskriterien nicht erfüllten. Sie verdienten um 300 Euro zu wenig. Außerdem wäre ihr Anliegen ein "bloßer Wunsch nach einem gemeinsamen Familienleben in Österreich". Dafür waren die Stones bereit zu kämpfen, der Kampf kostete aber Substanz. "Das waren für uns zwei Jahre Stress, der mich und meine Kinder krankgemacht hat", sagt Joe Stone.
Behördenkampf
Der jahrelange Behördenkampf verzögert auch Catherines Antrag auf die österreichische Staatsbürgerschaft, was als bitterer Beigeschmack zur erfreulichen Lösung bleibt. Joe Stone ist zwar dankbar, aber auch verärgert: "An unserem Status hat sich nie etwas geändert. Warum konnte das nicht schon vor zwei Jahren funktionieren?"
So ganz kann sich das auch die zuständige Behörde in Kärnten nicht erklären. "Sowohl der Ehegatte als auch die Kinder sind österreichische Staatsbürger, das hat gereicht", sagt Josef Plassnig, Leiter der Pass- und Fremdenrechtsabteilung der BH Klagenfurt. Er hat das Verfahren vom Innenministerium übernommen, als die Stones nach Kärnten kamen. "Ich habe den Akt bekommen, weiterbearbeitet, das war ganz einfach. Möglicherweise hatte das Ministerium falsche Informationen", mutmaßt Plassnig.
Nur wenig Trost für die Stones, die jetzt aber in die Zukunft blicken wollen. "Unser zweites Kind kommt bald in den Kindergarten, Catherine besucht einen Deutschkurs und wir sind beide auf Jobsuche", sagt Joe Stone.
Das neue Leben in Kärnten kann beginnen.













