Triviales Augenzwinkern in der Stadtgalerie
Heiter-Buntes von Antonio de Felipe in der Klagenfurter Stadtgalerie.

Foto © RainerDer spanische Pop-Art-Künstler Antonio de Felipe mit dem Konterfei von Audrey Hepburn
Totgesagte leben länger. PopArt gehört auch dazu. In den 1950er zu einer beachtlichen Karriere angetreten, war es mit ihr angeblich zwei Dezennien später schon wieder vorbei. Allein der große Erfolg brachte ständige Neuauflagen. Das Spiel mit der plakativen Sprache von Werbung und Comic bemächtigte sich aller Lebensbereiche und wurde breit nachgefragt. Warum auch nicht sollte man ganz und gar gegenstandsbezogen Eindeutigkeiten mit klaren Farben auf flachen Bühnen bildlich so auftreten lassen, dass sie allen bekannt erscheinen? Außerdem: Das Leben geht weiter und was seinerzeit nicht war, ist eben heute. Pop-Art, immer gut für Hurly-burly oder Hustle and Bustle hat sein Publikum. Drum wird wohl auch dem Spanier Antonio de Felipe (Jahrgang 1964), der zum ersten Mal in Österreich ausstellt, Zuspruch nicht versagt bleiben, denn seine großformatigen Bilder sind handfest, formal wie inhaltlich. Die technisch elegant entwickelten Acrylbilder bearbeiten in verschiedenen Serien Themen der Trivialkultur wie Sport, Film, Musik oder Werbung. Allen wohnt ein ironisches Augenzwinkern inne, mit dem sie ihre eigene Distanz zur vordergründig "urschön" aufs Bild gemalten Realität markieren. So etwa wenn der antike Diskobol des Myron, die klassische antike Figur des Diskuswerfers, vom rosaroten Panther neugierig beäugt wird oder aus einem bekannten Bild Picassos zwei Frauen vom Strand sich in den Zieleinlauf eines Wettkampfes verirren. Überall lauert der Witz und will entdeckt werden. In der Serie "Star War" führt de Felipe Prominente aus der Kinowelt zusammen, die sich bekanntlich nicht ausstehen konnten. So wenn Sophia Loren skeptisch das Dekolleté ihrer Intimfeindin mustert. Manches eingewobene Wortspiel muss man sich allerdings erst aus dem Spanischen übersetzen. Nicht jedoch die Paraphrasen großer Künstlerkollegen wie Munch, Picasso oder Velázquez, die auch ganz persönlich ins Spiel gebracht werden. Und wer das Heitere in einer bunten Bilderwelt sucht, wird nicht zu kurz kommen.
Antonio de Felipe. LPOP. Stadtgalerie Klagenfurt; bis 10. Feber 2013.












