Jeder Zweite hat bereits Übergewicht
Laut aktueller Studie kämpfen weniger Kärntner als Steirer mit ihren überflüssigen Kilos. Männer sind öfter betroffen.

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Fast jeder zweite Erwachsene ist laut der aktuellen Ernährungsstudie des Gesundheitsministeriums übergewichtig. Zwölf Prozent davon sind sogar adipös, also fettleibig. "Das ist nichts Neues. Das ist seit Jahren das Ergebnis aus Studien", sagt Johann Lintner, Direktor der Gebietskrankenkasse Kärnten. Dabei steigen mit zunehmendem Alter bei beiden Geschlechtern Übergewicht und Adipositas. Wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen.
Auch bei Kindern und Jugendlichen sind mehr Burschen übergewichtig oder adipös als Mädchen. Jeder vierte Bursche bringt zu viel Kilo auf die Waage. In der Altersgruppe der 65- bis 80-Jährigen kämpft ein Drittel der 1002 Befragten mit ihren Kilos. Auffällig in dieser Gruppe sei aber auch jene der Untergewichtigen: 17 Prozent der befragten Personen haben zu wenig Gewicht.
Anstieg der Erkrankungen
Für Gesundheitsminister Alois Stöger liege der Grund für das starke Übergewicht auf der Hand: "Die Österreicher essen zu viel und machen zu wenig Bewegung. Da stimmt die Energiebilanz nicht." Das belastet natürlich auch das Gesundheitssystem. "Wir bemerken einen ständigen Anstieg der Diabetes- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen", sagt Lintner. Diesen führt er auf das Übergewicht der Kärntner zurück. "Fettleibigkeit ist zu einer Lebensstilerkrankung geworden."
Das geben auch die Studienzahlen wieder, wobei ein Ost-West-Gefälle sowohl beim Gewicht als auch beim Ernährungsverhalten bemerkbar ist. Die Menschen in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland sind dicker als jene in den westlichen Bundesländern.
Die ungünstigen Ernährungsgewohnheiten sind laut Studie das größte Problem. Es werden zu viel Fleisch- und Wurstwaren, Süßigkeiten, Knabbereien und zuckerhaltiges Gebäck gegessen. Hingegen finden sich Obst, Gemüse, Milchprodukte, Brot, Nudeln und Hülsenfrüchte viel zu selten auf dem Speiseplan der Österreicher wieder.
Features
Esskultur
Über die Hälfte der Österreicher isst laut einer Ernährungsstudie von 2010 nicht mehr zu Hause (2002 waren es erst 44 Prozent). 32 Prozent haben keine Lust zu Hause zu kochen. 46 Prozent schätzen es, sich außer Haus mit Freunden zum Essen zu treffen.
Seit Mitte der 90er-Jahre zeichnet sich ein Trend zur Hauptmahlzeit am Abend ab. Während 1996 noch 24 Prozent der Österreicher an drei Tagen in der Woche hauptsächlich am Abend aßen, sind es jetzt schon 35 Prozent.
Nach wie vor sind Hausmannskost und bodenständige Küche sehr beliebt. Leichte, fett- und fleischarme sowie internationale Küche werden nur selten und weniger oft als früher bevorzugt. Konsum von vegetarischer und Vollwertkost nimmt zu.













