Feuerwehr schreibt über "Tschuschen"
"Tschuschen haben in freien gekocht", stand in einem Einsatzbericht auf der Homepage des Bezirksfeuerwehrkommandos Klagenfurt. Die Verantwortlichen entschuldigen sich für die Formulierung. Von Georg Lux.

Foto © ScreenshotDie Erstversion des Einsatzberichtes...
Deutsch war die Formulierung nicht, aber dafür dumm. "Tschuschen haben in freien gekocht", konnte man Montagabend auf der Internetseite des Bezirksfeuerwehrkommandos Klagenfurt lesen. Veröffentlicht hat den Einsatzbericht ein 17-jähriger freiwilliger Feuerwehrmann, den nun ernste Konsequenzen erwarten.
"Rassismus und Diskriminierung haben in unseren Reihen absolut nichts verloren", sagt Bezirksfeuerwehrkommandant Dietmar Hirm und räumt ein: "Unsere Kontrollmechanismen haben in diesem Fall leider völlig versagt. Wir müssen da in Zukunft viel genauer hinschauen." Dem 17-Jährigen - er ist Lehrling im Magistrat Klagenfurt - droht nun nicht nur der Ausschluss aus der Freiwilligen Feuerwehr. Bürgermeister und Feuerwehrreferent Christian Scheider (FPK) hat angekündigt, den Jugendlichen dienstrechtlich zu verwarnen. "Ich werde mit dem Mitarbeiter ein sehr ernstes Gespräch über sein Gedankengut führen", kündigt Scheider an.
Aufgedeckt und via Facebook im Internet publik gemacht hat den Einsatzbericht die Sozialistische Junge Generation (SJG). Der Klagenfurter Bezirksvorsitzende Heimo Mauczka legt der Feuerwehr Anti-Rassismus-Seminare nahe: "Bei der Polizei hat das ja auch geholfen."
Mittlerweile steht in dem Einsatzbericht im Internet übrigens "Bewohner haben im Freien gekocht". Nach der ersten Änderung Dienstagfrüh hieß es zunächst noch "Illegale Bewohner haben im Freien gekocht". Einsatzort war eine leer stehende Lagerhalle in der Leutschacherstraße in der Landeshauptstadt, die regelmäßig von Obdachlosen aufgesucht wird.















