Weichenstellung im Tourismus
In seiner Kolumne Chefetage schreibt Adolf Winkler über die Landesholding, die diese Woche die Posten der Landesmanager ausschreibt. Einige werden sich wieder bewerben.

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Die nun von Aufsichtsratschef Werner Wutscher geführte Kärntner Landesholding hat Zeitdruck. Weil alle Verträge der Landesmanager mit Jahresende auslaufen, schickt sie noch diese Woche die Ausschreibungen für die Neubesetzungen hinaus. Bis 31. 12. alle Bewerbungen, Hearings und Bestellungen durchzuführen wird eng. Wutschers schnörkellose Handschrift: Es gibt keine Ausnahme, jeder muss sich neu bewerben oder gehen.
Vom KWF geht Erhard Juritsch in die Privatwirtschaft, wie berichtet zu seinem einstigen Dienstgeber Dietmar Schwarzenbacher und dessen Uniquare. "Ich werde mich bewerben", versichert hingegen Hans Schönegger. Und zwar sicher nicht nur für den KWF, sondern auch für den Vorstand der Landesholding. Beide Funktionen sollen in einer Hand geführt werden. Schönegger wird als Fixkandidat gesehen.
In der Holding gilt für die Vorstände Gert Xander und Hans-Jörg Megymorez immer noch die Unschuldsvermutung. Im Fall einer Verurteilung im Birnbacher-Prozess muss Wutscher aber auch sofort einen zweiten Landesholding-Vorstand hervorzaubern. Beim letzten Prozesstag am Freitag hatte Wutscher schon zeitnah eine Aufsichtsratssitzung im Notfallplan, weil es kein Urteil gab, musste sie nicht stattfinden.
Für den Tourismus stehen gleich dreifache Weichenstellungen an, wenn die Chefposten für Kärnten Werbung, Flughafen und Tourismusholding (KTH) ausgeschrieben werden. "Ich habe nicht erfolgreiche Zelte in Salzburg abgebrochen, um nur für drei Jahre nach Kärnten zu kommen. Mein Projekt hier ist noch nicht abgeschlossen. Ich werde mich bewerben", sagt Kärnten-Werbung-Chef Christian Kresse.
Dass alle Posten ausgeschrieben wurden, findet auch er "in Ordnung, denn es gab viele Leute, die versorgt wurden". Er habe "Riesenprobleme der Bilgram-Ära aufgearbeitet, die Ausgaben für Events von 1,6 Millionen auf 900.000 Euro gekürzt und auch in der Verwaltung so viel eingespart, obwohl trotz der Budgetkürzung um 2,6 Millionen auf 9,6 Millionen Euro mehr Geld ins strategische Marketing ging, als beim Vorgänger". Aus sechs Klagen aus der Vorzeit, etwa bei fragwürdigen Kooperationen bei der Euro-Fanzone, habe man mehrere 100.000 Euro erlöst.
Für Kresse ist der neue ÖVP-Landesrat Wolfgang Waldner heuer bereits der dritte Tourismusreferent. "Ich sehe die Kärnten Werbung gut aufgestellt", so Waldner. "Es ist aber ein wichtiges Signal von Wutscher, dass alles ausgeschrieben wird und volle Transparenz herrscht." Waldner hat letzte Woche als ersten Akt das neue Tourismusgesetz eingebracht und begrüßt die künftigen privaten Verbände. "In der Haider-Ära wurde der Tourismus politisiert und es fehlte die Strategie." Das von Kresse geübte System der Dach- und Submarke sei sinnvoll.
Umso kritischer war zuletzt die Lage am Flughafen, wo offen ist, ob sich Hannes Gatterer wieder bewirbt. Diese Woche fällt in der Klausur des Flughafen-Aufsichtsrates die Vorentscheidung.
Kelag-Deal wird weiter angefochten
"Wolfgang Schüssel hat auf unser Mail nicht einmal geantwortet", übt SPÖ-Klubobmann Reinhart Rohr Kritik am Beschluss des RWE-Aufsichtsrates, dem Schüssel angehört, für den Kelag-Deal. Zum Verkauf von 6,5 Prozent Kelag-Anteilen für die RWE will SPÖ-Chef Peter Kaiser heute Klarheit vom Bundeskanzleramt, ob es dazu ein Rechtsgutachten gibt. Vor dem abschließenden Closing am Freitag will ÖVP-Chef Gabriel Obernosterer noch rechtliche Möglichkeiten gegen den Deal prüfen. Weil der Wert der Kelag steige, schließe er "rechtliche Schritte gegen Dobernig nicht aus".
"Obernosterer wird das kaum beurteilen können", verwies Dobernig auf eingeholte Gutachten von Ernst & Young und KPMG sowie auf Horst Felsner, den Leiter der Finanzabteilung, der das Land in der Gesellschafterversammlung der Kärntner Energieholding vertritt, sowie andere Beamte und Experten. Dobernig rechnet mit dem Closing am Freitag, Obernosterer wolle "nur einen Wirbel".
ÖVP-Landesrat Wolfgang Waldner hält "die Entwicklung beim Kelag-Deal für hinterfragenswert. Letztlich ist es Landesvermögen und der Wert wird steigen", kritisiert er. Von Achill Rumpold, der noch mit Dobernig für den Kelag-Verkauf war, distanziert sich Waldner deutlich. Er werde mit dem nunmehrigen Unterabteilungsleiter Rumpold auch in der Landesregierung nicht direkt zusammenarbeiten, sondern über dessen Vorgesetzten, Abteilungsleiter Franz Sturm. Ebenso verurteilte er Rumpolds letzte Versorgungsaktion für Büromitarbeiter mit anderen Posten in der Landesregierung. Er, Waldner, stehe für eine neue Politik.














