Nach illegalem Abriss droht jetzt Strafe
Bis zu 14.500 Euro Verwaltungsstrafe könnte den Egerland-Besitzern ins Haus stehen. Anrainer beklagen Verlust des historischen Baujuwels.

Foto © Hassler
Vom einstigen Landhaus Egerland am Klagenfurter Kreuzbergl sind nicht einmal mehr Trümmer übrig. Anrainer fühlen sich vom Eigentümer, der Springer-Privatstiftung, getäuscht und haben Anzeige erstattet. Schließlich war bei der Bauverhandlung, wie berichtet, nur von einem Umbau des bestehenden Objektes die Rede.
Laut Baubehörde gab es für den Abriss des gesamten Landhauses aber keinen gültigen Abbruchbescheid - das wurde jetzt auch bestätigt. Lediglich eine Genehmigung für den Umbau sowie den Abbruch der Nebengebäude lagen vor. "Da das Landhaus somit konsenslos abgerissen worden ist, wurde ein sofortiger Baustopp verhängt", heißt es aus dem Bürgermeisterbüro. Im Zuge dessen hat die Behörde ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet. Laut Kärntner Baurecht muss der Eigentümer bis zu 14.500 Euro Strafe bezahlen. Für Anrainer wie Karin Prucher ist diese viel zu niedrig. Sie glaubt, man hätte das Gebäude unter Denkmalschutz stellen können.
Das ist allerdings fraglich, wie Landeskonservator Axel Hubmann bestätigt. Das Landhaus Egerland dürfte erst 1928 errichtet worden sein und wies kaum architektonische Besonderheiten auf. Umso bewegter ist jedoch die Besitzergeschichte. Ursprünglich war das Grundstück Teil der Besitzungen von Gut Zigguln, das 1547 erstmals urkundlich erwähnt wurde und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zum Schloss ausgebaut wurde. Nach etlichen Besitzerwechseln erbte schließlich Paul Mühlbacher, der langjährige Präsident der Bleiberger Bergwerks-Union, das Anwesen samt Ländereien. "Er hat allerdings 1912 aus finanziellen Gründen mehrere Grundstücke am Kreuzbergl, darunter auch den Egerland-Grund, als Bauland an die Stadt verkauft", sagt Joachim Eichert vom Kärntner Landesarchiv. Erst 1928 erwarb eine Familie Sattler den Grund und baute den bestehenden Stadl zum Landhaus Egerland um. Warum es diesen Namen erhielt ist nicht bekannt.












