Energie Klagenfurt: "Überlegen, selbst zu kaufen"
Der EKG-Vorstand kann sich vorstellen, jene 49 Prozent, die der Verbund hält, zurückzukaufen.
Um 130 Millionen Euro hat der Verbund 2006 49 Prozent an der Energie Klagenfurt (EKG) erworben. Nach dem Aus für das geplante Gasdampfkraftwerk habe der Verbund beschlossen, diese Anteile bis Ende des Jahres zu veräußern, sagt EKG- und Stadtwerke-Vorstand Romed Karré.
Seitens einer Verbund-Sprecherin heißt es dazu nur: "Wir wissen, dass ein großer Energieversorger Interesse hat. Wenn wir ein Angebot bekommen, werden wir es prüfen."
Der Energieversorger, der sich für einen Einstieg bei der EKG rüstet, ist bekanntlich die Kelag. Es sollen bereits Verhandlungen geführt werden. Karré bringt jetzt aber noch eine andere Variante ins Spiel: "Die Stadtwerke hätten das Vorkaufsrecht. Es gibt durchaus Überlegungen, dass wir uns in die Selbstständigkeit zurückkaufen." Reizvoll dürfte in dem Zusammenhang wohl auch die Tatsache sein, dass der Verbund seine EKG-Beteiligung in der Bilanz mittlerweile auf 80 Millionen Euro abgewertet hat. "Ein Kaufpreis um 70 bis 80 Millionen Euro wäre super. Die EKG könnte die Anteile dann zu einem späteren Zeitpunkt auch selber an die Kelag verkaufen", so Karré. Und die Finanzierung? "Über Kredite. Die Profitabilität der EKG müsste ausreichen, um diese zu bedienen", so Karré. Und was die notwendigen Investitionen in die neue Energielösung angehe, so würden diese hauptsächlich durch Private erfolgen. "Das bestehende Fernheizkraftwerk hätten wir ohnehin sanieren müssen. Das ist in der langfristigen Planung enthalten."
Derzeit werde bei der Energie Klagenfurt in Sachen Rückkauf gerechnet. Und auch der Eigentümer der Stadtwerke, die Stadt Klagenfurt, hat ja noch ein Wörtchen mitzureden. "Es gibt derzeit beide Optionen, und wir wollen die beste Lösung treffen", sagt Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider. Karré würde, sollte der Rückkauf durch die Stadtwerke dann doch kein Thema sein, aber auch den sofortigen Einstieg der Kelag begrüßen: "Sie wäre unser Wunschpartner. Wir könnten viele Synergien nutzen." Gebe es denn noch andere Energieversorger, die Interesse an den 49 Prozent der EKG haben könnten? "Mir fällt bei der derzeitigen Marktlage niemand ein", sagt Karré.













