Gericht bremste rasenden Vater
Da Papa wird's schon richten: Unter diesem Motto suchte ein 24-jähriger Kärntner Hilfe bei seinem Vater. Die Folge: Der Herr Papa musste sich am Mittwoch vor Gericht verantworten.

Foto © Weichselbraun
Der Sohn war am 20. Juni 2012 von der Polizei beim Rasen im Ortsgebiet von Klagenfurt erwischt worden. Die Beamten beobachteten, wie der junge Mann mit seinem Audi Vollgas gab. "Die Polizisten hatten zwar keine Radarpistole griffbereit. Aber sie schätzten die Geschwindigkeit auf 120 bis 130 km/h", sagt Staatsanwalt Helmut Jamnig. Sie fuhren dem Raser mit Blaulicht hinterher, führten eine Verkehrskontrolle durch und kündigten eine Anzeige gegen ihn an.
Der Sohn weinte sich deshalb beim Vater aus. Und wenig später tauchte der Vater (52) schon bei der Polizeiinspektion auf und gab noch einmal Vollgas. "Er sagte dem zuständigen Beamten, er werde ihn klagen. Er werde sich dienstrechtlich beschweren und so weiter", schildert Jamnig. Als er so nicht weiterkam, bat er den Polizisten, die Anzeige gegen seinen Sohn doch wenigstens etwas milder zu gestalten. Und die Geschwindigkeitsübertretung nicht in dem ganzen Ausmaß anzugeben. Am Ende sagte er zu dem Polizisten noch, wenn er einmal was brauche, könne er sich gerne an ihn wenden. Der Angeklagte ist schließlich Unternehmer. "Ich habe das nur gesagt, um ein bisschen Reklame für mich zu machen", beteuerte er vor Gericht. Aber sonst zeigte er sich geständig -und wurde zu sechs Monaten bedingt verurteilt (nicht rechtskräftig). "Ich habe das voll unterschätzt", sagte der Mann nach dem Prozess. "Ich wollte ja nur meinem Sohn helfen."













