"Schlägertypen haben hier nichts verloren"
Für Soldaten der israelischen Armee, Polizisten und Agenten des Auslandsgeheimdienstes Mossad gehört die Nahkampftechnik "Krav Maga" zur Grundausbildung. Kein Wunder, dass sich um das Programm so manche Mythen ranken. Die "Kleine Zeitung" wagte sich zum Training des Krav-Maga-Vereins in Klagenfurt. Von Karin Fritzl.

Foto © Krav Maga KlagenfurtVereinsobmann Andreas Strasser beim Training mit Stöcken
Die zierliche Romana wird von einem bewaffneten Angreifer in eine Ecke gedrängt. Eine auswegslose Situation? Keineswegs! Mit einer gekonnten Abwehrbewegung schlägt die 28-Jährige dem Täter das Messer aus der Hand und reißt den Mann zu Boden. Zum Glück trug sich diese Situation nicht in einer dunklen Gasse, sondern im Trainingsraum des Krav-Maga-Vereins in Welzenegg zu. "Ich praktiziere diese Selbstverteidigungstechnik seit zwei Jahren und fühle mich im Alltag seither stärker und sicherer", sagt Romana.
Konfrontation nur im Ernstfall
"Krav Maga, in der zivilen Version, zielt in erster Linie auf Deeskalation ab. Erst wenn alles getan wurde um eine Konfrontation zu vermeiden und der Gegner eindeutig mit Gewalt droht, wird körperlich attackiert", sagt Vereinsobmann Andreas Strasser. Ihren Ursprung fand die Selbstverteidigungstechnik in den Ghettos von Bratislava. Dort verteidigte Imi Lichtenfeld in den 1930er-Jahren die Anwohner vor brutalen antisemitischen Attacken. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging er nach Israel und lehrte dort Soldaten, Polizisten und Agenten sein Programm. Seit nunmehr zwei Jahren gibt es auch in Klagenfurt einen Krav-Maga-Verein.
Selbstbewusste Haltung
Im Kurs lernt man nicht nur die richtigen Handgriffe zur Selbstverteidigung, sondern bekommt auch die richtige Geisteshaltung vermittelt. "Ein selbstbewusstes und ruhiges Auftreten ist beim Umgang mit Aggressoren unerlässlich, wer sich wie ein Opfer benimmt, der wird auch leichter zu einem", bestätigt Instruktor Thomas Anderle.
Die Gründe für das Training sind bei den Teilnehmern gemischt. Viele üben Berufe aus, in denen gewalttätige Auseinandersetzungen auf der Tagsordnung stehen, andere wollen einfach ihre Reaktionsfähigkeit schulen und sich im Alltag sicherer fühlen. "Geeignet ist Krav Maga für jeden. Egal ob Kampfsport-Erprobte oder absolute Anfänger, bei uns ist grundsätzlich jeder willkommen", sagt Strasser. Eine Ausnahme gibt es allerdings: "Wir bilden keine Personen aus, vor denen wir uns schützten wollen. Schlägertypen, die hier ihre Technik verfeinern wollen, haben keine Chance", so Strasser.
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Krav-Maga-Gründer Imi Lichtenfeld (links) beim TrainingFoto © Wikipedia/ Yaron Liechtenstein
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Auch der richtige Umgang mit dem Pfefferspray wird gelerntFoto © Krav Maga Klagenfurt














