Rockig in die Schlacht: Heeresplakat abmontiert
Stolze Soldaten fertigten mit Genehmigung von Kommandant Werbeplakat an. Das Ministerium ist darüber aber "not amused" - die Entfernung der Plakate wurde bereits angeordnet.

Foto © KLZ/Traussnig
Suboptimale grafische Gestaltung und ein Schriftzug, der viel Interpretationsspielraum offenlässt. "EU Battle Group" und "Heavy Metal for the Battle" prangt auf zwei Plakaten, die seit einigen Wochen vor der Windischkaserne in Klagenfurt affichiert sind und an ein verunglücktes Panzer-Werbevideo aus dem Jahr 2010 erinnern. Was steckt dahinter? "Mit Heavy-Metal-Musik hat das natürlich nichts zu tun. Das bezieht sich auf einen gepanzerten Hakenlader-Lkw, mit dem schwere Container verladen werden können", sagt Brigadier Thomas Starlinger, Kommandant der 7. Jägerbrigade, die in der Windischkaserne stationiert ist.
"Unsere Soldaten sind stolz darauf in der EU Battle Group 2012 zu sein und haben deshalb diese Plakate angefertigt." Konkret sind 82 Mann des Stabsbataillons Teil der Nachschub-Transportkompanie der EU-Kampfgruppe. "Die Vorbereitungszeit betrug zwei Jahre, von 1. Juli bis Ende des Jahres sind die Kader-Präsenz-Soldaten jetzt auf Stand-by für Auslandseinsätze in Krisengebieten", erklärt Starlinger. Die EU Battle Group gibt es seit 2005, im Einsatz war sie bis dato jedoch nie.
Das Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport erfuhr erst durch die Kleine Zeitung von den beiden Plakaten. Diese seien "nicht Teil einer offiziellen Werbekampagne" und wurden "auf Eigeninitiative vor Ort angefertigt", heißt es in einer Stellungnahme. "Diese Plakate motivieren unsere Leute, daher unterstütze ich das als Brigadekommandant", zeigt sich Starlinger stolz auf seine Truppe. "Die Plakate erregen Aufmerksamkeit, haben also ihren Zweck erfüllt."
Das Humorverständnis im Ministerium dürfte jedoch ein anderes sein. "Wir haben bereits die Entfernung der beiden Plakate angeordnet", erklärt eine Sprecherin. Schlechte Nachrichten also für die Hobby-Grafiker ...














