Miteigentümerin soll "blechen"
Weil der Hausherr säumig ist, fordert das Magistrat über den Weg der Solidarhaftung 6700 Euro von einer Miteigentümerin eines Klagenfurter Wohnobjektes.

Foto © KLZ/Scheriau
Erika Seebacher, Chefin eines Friseursalons, lebt in beneidenswerter Wohnlage: in einem verspiegelten Neubau mitten in Klagenfurt. Seit ihr vor wenigen Tagen ein Brief der Abteilung Exekution des örtlichen Magistrats zugestellt wurde, dürfte sich das Interesse, mit ihr zu tauschen, jedoch in überschaubaren Grenzen halten. Das abschreckende Wort: Solidarhaftung.
Erika Seebacher besitzt nur einen winzigen Anteil an dem Objekt, das dem Klagenfurter Unternehmer Karl Kanovsky gehört. Dennoch soll sie jetzt für das große Ganze den Kopf hinhalten. Konkret geht es um 6714,42 Euro, die Seebacher der Stadt Klagenfurt bis Mittwoch hätte überweisen sollen, um einen Rückstand des Hausherren bei Grund- und Hausabgaben samt Nebengebühren zu begleichen. "Aufgrund der einschlägigen Gesetzesbestimmungen besteht für die Grund- und Hausabgabe eine Solidarschuld gegenüber allen Miteigentümern", heißt es in dem Schreiben der Abteilung Exekution. Erika Seebacher: "Ich habe mit dem Abteilungsleiter telefoniert und er hat mir mitgeteilt, dass ich das Geld ja von Herrn Kanovsky zurückfordern könne."
Beschwichtigungen
Karl Kanovsky sagte auf Anfrage, dass sich seine Miteigentümerin keine Sorgen machen müsse. Die Angelegenheit werde nächste Woche erledigt. Wie es zum Rückstand kommen konnte, wisse er nicht, es laufe alles über Hausverwalter Peter Hagg. Dieser beteuert ebenfalls, dass Erika Seebacher "schadlos" gehalten werde.
Seebacher hat nach reiflicher Überlegung den eingeforderten Betrag nicht eingezahlt, weil sie zuerst Gespräche mit dem Magistrat führen will. "Warum hat man mich nicht wenigstens früher informiert", fragt sie.
Tatsache ist, dass das Problem laut Auskunft des Magistrats seit 2010 virulent ist, seit einer Neufestsetzung der Abgaben. Immerhin, sichert Bürgermeister Christian Scheider zu, werde es bis auf Weiteres keine Exekution gegen Erika Seebacher geben.













