Politik schadet Tourismus
Chef des Wörthersee Tourismus, Roland Sint, muss öfter als in der Vergangenheit Dinge erklären, um Gäste von Kärnten zu überzeugen. Vereinzelt gibt es Storno-Überlegungen von potenziellen Gästen.

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Die Spitze der sommerlichen Hochsaison ist erreicht. Nächtigungen und Ankünfte sind laut dem Chef der Kärnten Werbung, Christian Kresse, höher als im Vorjahr. Aber: Die Kärntner Hoteliers stöhnen nicht nur unter den Anstrengungen der Dienstleistungen für Gäste und unter der Sommerhitze - sondern auch darunter, den Gästen "öfter als in der Vergangenheit Dinge zu erklären, um diese von unserer Gegend zu überzeugen", wie es der Chef des Wörthersee Tourismus, Roland Sint, gegenüber der APA formulierte.
Diese "Dinge" zielten auf die politische Situation ab. Es käme immer öfter die Frage: "Na, wie ist das denn jetzt bei Euch? Der Haider ist ja tot." Dann würde erklärt, "der Urlaub und die Landschaftserlebnisse haben nichts mit der politischen Situation zu tun", so Sint.
Derzeit gibt es im Tourismusland Kärnten de facto allerdings nicht einmal einen Tourismusreferenten. Diesen Posten hatte nach dem zurückgetretenen Josef Martinz (V) sein Kurzzeitnachfolger Achill Rumpold (V) inne, der es im Zuge der politischen Skandalwelle im südlichsten Bundesland ebenso vorgezogen hatte, sich aus der derzeit wenig handlungsfähigen Landespolitik zu verabschieden.
Kürzlich forderte auch die Kärntner Hotelierssprecherin, Eva Hoffmann, "Problemlösungskompetenz zu zeigen und so schnell wie möglich neu zu wählen". Ähnliches forderte auch die Österreichische Hoteliersvereinigung.
Doch Neuwahlen noch heuer werden (derzeit) von der FPK mit Landeshauptmann Gerhard Dörfler blockiert. Die letzte Sitzung der Parteichefs für einen Termin im heurigen Jahr hatte er nach nicht einmal zwei Minuten platzen lassen. Nun gibt es wöchentliche Sondersitzungen des Landtags, in denen über eine Neuwahl abgestimmt wird. Die FPK kann einen positiven Beschluss durch ihren Auszug verhindern, was bisher auch schon zweimal geschah, für den (morgigen) Donnerstag ist die nächste Sitzung angesetzt.
Dass der international tätige Tourismusberater Manfred Kohl aus Villach kürzlich meinte, es gebe bereits "negative Rückmeldungen von Investoren", die Kärnten - in den meisten volkswirtschaftlichen Rankings in Österreich auf den hintersten Plätzen zu finden - dringend brauchen würde, scheint die FPK-Abgeordneten dabei nicht zu tangieren.
"Die Medienberichte über die Abgründe der Kärntner Politik sind natürlich auch in der touristischen Arbeit keine Hilfe", so der Vermarktungschef des touristischen Aushängeschildes Wörthersee, Sint.
Er berichtete auch über Schreiben von Urlaubern nach Kärnten, in denen die "Politik nicht gut weg kommt. Vereinzelt schreiben uns potenzielle Gäste, sie überlegen ihren Urlaub zu stornieren." Dies könne man meist im direkten Kontakt ausräumen, "da der Urlaub ja nichts mit Politik zu tun hat und im Gegensatz zu anderen Ländern bei uns glücklicherweise ja keine echte Bedrohung (der Sicherheit, Anm.) besteht", so der Vermarkter.














