Wofür die Klagenfurter gefeiert haben
Mit dem Erlös aus dem Klagenfurter Altstadtzauber unterstützen die Stadtrichter Projekte wie die Kinderkrebshilfe.

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An der Uniklinik Graz habe ich erlebt, wie kleine Kinder davongelaufen sind und geweint haben, als sie den Raum sahen, in dem sie Injektionen bekamen", sagt Evelyne Ferra, Obfrau der Kärntner Kinderkrebshilfe.
Das ist der Grund, warum ihr Freudentränen in die Augen geschossen sind, als im Vorjahr die Stadtrichter das neue Venensuchgerät für das Elki in Klagenfurt übergeben konnten. 25.000 Euro haben die Stadtrichter mit der Kinderkrebshilfe investiert. "Die Firma, die es produziert hat, ist uns mit dem Preis entgegengekommen", sagt Wilhelm Kaulfersch, Primarius im Elki. Die Anschaffung des Geräts, die zu einem großen Teil durch die Erlöse aus dem Altstadtzauber-Flohmarkt ermöglicht wurde, war ein lange gehegter Wunsch der Kinderkrebshilfe.
"Bei Frühgeborenen, aber auch bei kleinen Kindern sind die Venen unter der Haut so dünn, dass man sie nicht ertasten kann. So braucht man drei oder vier Versuche, wenn man etwa eine Kanüle legen will", sagt Kaulfersch. Vermeiden kann man diese Qual für die Kleinen durch das spezielle Ultraschallgerät, das die Venen unter der Haut aufspürt.
Für alle Kinder
"Bei krebskranken Kindern müssen viele Injektionen durchgeführt werden. Aber wir haben gesagt, wir wollen, dass das Gerät für alle Kinder verwendet wird", sagt Ferra. Daher sei es seither, so Kaulfersch, quasi ständig im Einsatz. Die Stadtrichter sind froh, wenn sie helfen können. "Wir spenden jedes Jahr zwischen 20.000 und 30.000 Euro für verschiedene soziale Projekte. Der Erlös stammt fast ausschließlich aus dem Flohmarkt beim Altstadtzauber", sagt Walter Lamprecht, Münzer der Stadtrichter und für den Flohmarkt zuständig.
Die Standgebühen sowie das Geld aus dem Verkauf der Anstecker, die dort von den Stadtrichtern an Gäste verkauft werden, fließen direkt in diese Projekte. Auch das Schwerstbehindertenheim Marienheim in Maria Saal, das Hilfswerk Kärnten, die Arbeitsvereinigung der Sozialhilfe und viele mehr wurden in den vergangenen Jahrzehnten von den Stadtrichtern unterstützt. Diese Aktionen gibt es schon länger als den Altstadtzauber selbst, der heuer in seine 18. Saison geht. Lamprecht: "Das war ein Grundgedanke bei uns. Den Flohmarkt gibt es sicher schon seit 30 Jahren."
Auf Spenden angewiesen
Dank der Spenden, wie jener der Stadtrichter, kann die Kinderkrebshilfe betroffene Familien auch direkt unterstützen. "Wir sind darauf angewiesen", sagt Ferra, die schon viele schwere Wege von krebskranken Kindern, deren Eltern und Geschwistern miterlebt hat: "Der Alltag ist nicht mehr der, der er einmal war. Frauen müssen binnen einer Stunde kündigen oder sich karenzieren lassen, damit sie bei ihrem kranken Kind sind", sagt Ferra. Da viele Krebsfälle in Graz behandelt werden, hilft man manchen Familien auch bei Anreise- und Übernachtungskosten sowie Kosten für den Krankenhausaufenthalt der Mutter: "Oft sehen sich die Familien sonst über Wochen oder Monate nicht."
Neben einer psychologischen Betreuung bietet man Familien mit einem krebskranken Kind auch eine unbürokratische Soforthilfe an. Ferra: "Innerhalb von drei Tagen gibt es eine Erstsubvention. Damit können wir den Eltern wenigstens die Angst vor finanziellen Problemen nehmen. Denn alles andere liegt in Gottes Hand."














