Angeklagter Verband bestimmt Richter selbst
Knapp vor Ablauf der Frist behandelt die KFV-Schlichtungstelle doch den Protest des ASK gegen die Wahl von Lippitz zum Fußball-Boss. "Das ist schlimmer als in Nordkorea. Da bestimmt ein Angeklagter sein eigenes Gericht."

Foto © GEPAWerner Lippitz
Den Traum jedes Angeklagten vor Gericht erfüllt sich der Kärntner Fußballverband. Als Angeklagter beim Protest des ASK Klagenfurt gegen den KFV und damit die Wahl von Werner Lippitz zum Kärnten Fußball-Präsidenten darf er sich seinen Richter selbst aussuchen. Dieser Schritt ist sogar in den Satzungen des KFV verankert. Im Absatz zwei des Paragraf 40 heißt es: "Die Schlichtungsstelle setzt sich aus drei Mitgliedern zusammen. Diese wird derart gebildet, indem ein Streitteil dem Präsidium, gleichzeitig mit dem Antrag auf Einberufung der Schlichtungsstelle, ein Mitglied als Schiedsrichter schriftlich namhaft macht. Über Aufforderung durch das Präsidium gibt der andere Streitteil binnen sieben Tagen seinerseits ein Mitglied der Schlichtungsstelle bekannt. Danach bestimmt das Präsidium eine Person zum Vorsitzenden der Schlichtungsstelle".
"Schiedsrichter" des KFV ist der Obmann des Protestsenates, Kurt Straschuschnig. Der ASK nominierte Sieglinde Trannacher. Zum Vorsitzenden bestimmte das KFV-Präsidium Richter Gerald Kerschbacher.
Mit der Causa konfrontiert erklärte ein angesehener Anwalt kopfschüttelnd: "Das ist schlimmer als in Nordkorea. Da bestimmt ein Angeklagter sein eigenes Gericht." Auch der Verhandlungsort sorgte für Unmut. Die Runde soll sich am 24. August um 11 Uhr im "Gasthof Krall" (!!!) in Annabichl treffen.
"Den Termin können wir nicht wahrnehmen, da Trannacher auf Urlaub ist", sagte ASK-Chef Günther Krammer. Sein Team steht am Samstag, 18 Uhr, in der 1. Klasse D schwer unter Druck. Nach zwei Niederlagen ist im Derby gegen Ebenthal ein Sieg Pflicht.
















