Flick-Stiftung entbindet Ex-Organe von Verschwiegenheit
Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt bekam die volle Kooperation der Flick Privatstiftung zugesagt, was die Untersuchungen zu den Vorzugsaktiendeals der Leasingtochter der notverstaatlichten Kärntner Hypo.

Foto © APA/Eggenberger
Die Flick Privatstiftung der Milliardärin Ingrid Flick hat der Staatsanwaltschaft Klagenfurt volle Kooperation bei deren Untersuchungen zu den Vorzugsaktiendeals der Leasingtochter der notverstaatlichten Kärntner Hypo (2006 bis 2008) zugesagt, hieß es am Montag in einer Aussendung. Aufklärungsbedürftig dürfte eine Überlegung in einem Gutachten sein, das unter anderem die Doppelrolle von Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer in dieser Causa beleuchtet (das Magazin "Format" berichtete).
"Der Staatsanwaltschaft wurden sämtliche relevanten Unterlagen freiwillig ausgefolgt", heißt es in der Aussendung. Die "Wiener Zeitung" berichtete in ihrer Wochenendausgabe von einem "Razzia-Befehl" bzw. "Anordnungsschreiben" der Staatsanwaltschaft.
"Jene ehemaligen Organmitglieder, die mit dem Investment der Flick Privatstiftung in die Vorzugsaktien befasst waren, wurden von der Verschwiegenheitspflicht entbunden." Sämtliche Mitglieder des Stiftungsvorstands zum Zeitpunkt des Vorzugsaktiendeals, wie Ex-Hypo-Vorstands- bzw. Aufsichtsratschef Kulterer, seien "zwischenzeitlich" aus ihren Funktionen bei der Flick Privatstiftung ausgeschieden.
Die "Wiener Zeitung" berichtete, am 5. Juli hatte der zuständige Staatsanwalt nach Bewilligung durch das Landesgericht Klagefurt die Durchsuchung von Räumen und allfälligen Kellerabteilen der Flick Privatstiftung in der Wiener Innenstadt angeordnet.
"Aus Beweisgründen" sollten laut Zeitung Geschäftsunterlagen wie Protokolle von Vorstandssitzungen, Vorstandsbeschüsse, Notizen oder Aktenvermerke sichergestellt werden - vor allem in Hinblick auf das Vorzugsaktiengeschäft. Die Untersuchung richte sich aber nicht gegen die Milliardärin Flick.
Kulterer war teilweise gleichzeitig Hypo-Aufsichtsratschef und Vorstand der Flick-Stiftung gewesen. Diese hatte Hypo-Vorzugsaktienkäufe im Gesamtausmaß von 25 Millionen Euro getätigt, weiters hatte die Milliardärin persönlich Aktien über insgesamt 14 Millionen Euro erworben.














