"Politik soll Schutzgebiete respektieren"
Alpenvereinspräsident Christian Wadsack appelliert vom Großglockner: "Keine neuen Erschließungsprojekte in Schutzgebieten mehr!"

Foto © Alpenverein150 Jahre Alpenverein. Aus dem Anlass bezwangen Alpinisten der Sektion Matrei in Tracht von anno dazumal den Großglockner
"Es ist etwas Besonderes, zum ersten Mal auf dem höchsten Berg Österreichs zu stehen. Man hat Gänsehaut", gab Christian Wadsack nach dem Gipfelsieg am Samstag zu. Der Präsident des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) führte mehr als zwei Dutzend Alpinisten an, die aus Anlass des 150. ÖAV-Geburtstages den Großglockner über den Weg der Erstbegeher (im Jahr 1800 mit dem Klagenfurter Fürstbischof Salm-Reifferscheidt) via Salmhütte und Erzherzog-Johann-Hütte bestiegen. Alpinisten in Tracht von anno dazumal stiegen von Kals auf, Kletterer auf dem Lammergrat machten die Sternbesteigung perfekt, die am Vormittag bei bestem Wetter gelang, ehe es am Nachmittag in der Adlersruhe zur ÖAV-Geburtstagsfeier im Takt dazuhagelte.
Der ÖAV-Chef nutzte die Gelegenheit für einen eindringlichen Appell vom Großglockner aus an die österreichische Politik, die Natürlichkeit und Ursprünglichkeit der Bergwelt zu beachten. "Ich wäre schon froh, wenn die Politiker die Schutzgebiete und Nationalparks respektieren würden. Unter dem Eindruck der Wirtschaftsentwicklung gibt es jetzt aber immer mehr Entwicklungsprojekte von E-Wirtschaft und Wintertourismus, für Profit auf Kosten der Natur. Da sollte man Einhalt gebieten", erklärte Wadsack der Kleinen Zeitung. Zur Zukunft des Alpenvereins sagte er, dass man zunehmend die Neuen Medien nutze, um nach außen hin als Dienstleister aufzutreten. "Nach innen sind und bleiben wir eine Wertegemeinschaft für Menschen, denen die Natur genauso wichtig ist, wie der Zusammenhalt im Verein."
Klettern ist cool
Das Peak-Projekt auf den Großglockner ist Teil des globalen Mammut-Peak-Projektes mit der Besteigung von 120 Gipfeln. Matthias Eder, Marketingchef des Outdoor-Ausrüsters Mammut, der in Österreich mit 30 Mitarbeitern 30 Millionen Euro Umsatz macht, freut sich über den Zuspruch der Jugend zum Klettern. "Die Jungen finden Klettern cool, es bleibt im Trend."
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Endlich oben! Das "Peak-Team" auf dem GipfelFoto © Alpenverein
Der österreichische Alpenverein
Jubiläum. Der Österreichische Alpenverein (ÖAV) feiert heuer seinen 150. Geburtstag mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten. Die Gründungsversammlung des ÖAV fand 1862 in Wien statt. Vereinszweck war damals "die Kenntnis von den Alpen zu verbreiten, die Liebe zu ihnen zu fördern und ihre Bereisung zu erleichtern".
Organisiert. Der Österreichische Alpenverein setzt sich aus Sektionen (es gibt 195) und deren Ortsgruppen zusammen und hat derzeit rund 415.000 Mitglieder.













