Robert Glock: "Ich kann sogar Fliesen legen"
Robert Glock, der Be-treiber von Bad Saag und Sohn des Waffenproduzenten Gaston Glock, schätzt Kärnten, hat aber Verbesserungsvorschläge.

Foto © KruijthoffRobert Glock
Seit mittlerweile zwei Jahren betreiben Sie Restaurant und Strandbad in Bad Saag. Wie ist es dazu gekommen?
ROBERT GLOCK: Ursprünglich war nichts da außer dem Strandbad und einem kleinen Buffet mit Fritteuse. Hubert Wallner war frei und wollte etwas Lässiges machen. Eigentlich wollten wir den Schiffwirt, doch das hätte sich nicht ausgezahlt. Dann habe ich erfahren, dass es hier eine Möglichkeit gäbe.
Sind Sie zufrieden?
GLOCK: Schon. Wir bekommen immer mehr Zuspruch und bessere Bewertungen. Heuer sind wir wieder Aufsteiger des Jahres. Es ist schön, dass das, was wir vermitteln wollen, gut ankommt.
Ist Kärnten Heimat für Sie?
GLOCK: Ja, ich hab viel Zeit hier verbracht, auch wenn es unterm Jahr nur das Wochenende ist und im Sommer ein bisserl mehr. Es gibt Kärntner, die sagen: Der kennt sich besser aus als ich. Es sind langjährige, gute Freundschaften hier entstanden.
Das Kärntner Image ist durch zahlreiche Skandale angekratzt. Wie sehen Sie das?
GLOCK: Ich glaube nicht, das Kärnten ein schwieriger Wirtschaftsstandort ist. Im Gegenteil. Es gibt in Kärnten Regionen wie Ferlach, wo sehr viele Facharbeiter da sind, die zu fairen Preisen arbeiten. Korruption und böse Buben gibt es überall. Wenn man ein gutes Geschäft gemacht hat, hat man auch einen anderen übervorteilt. Die Frage ist nur: Wann hört das gute Geschäft auf und wann ist es quasi böse.
Wobei in Kärnten zwei Welten aufeinandertreffen. Einerseits siedeln sich hier Reiche an und andererseits fehlen Industrie und Arbeitsplätze. Wie sehen Sie das?
GLOCK: Man muss immer wissen, wo man hin will - auch als Land. Kärnten lebt fast nur vom Fremdenverkehr. Wenn jemand nicht im Fremdenverkehr arbeiten möchte, sondern bei einer großen Versicherung oder einer Anwaltskanzlei, wird er in eine große Stadt gehen müssen. Der Wörthersee ist an sich eine super Sacher. Man hat Trinkwasserqualität und kann ein bisserl Bootfahren gehen. Das zieht sicher vermögende Menschen an. Aber wenn auf der anderen Seite darum gebuhlt wird, fahrradfreundlichste Gemeinde zu werden, ist das halt auch eine Message.
Ist Fahrradtourismus der falsche Weg?
GLOCK: Vielleicht nicht für ganz Kärnten, aber für den Wörthersee. Cannes hat nie den Fehler begangen, Hotels zuzusperren und Appartements daraus zu machen. Früher waren hier in einem Hotelzimmer drei Leute auf 25 Quadratmetern und heute sind in einem Appartement auf 100 Quadratmetern zwei Personen. Dann kann man sich ausrechnen, dass heute nur mehr zehn Prozent der Leute hier sind als vor 30 Jahren. Als kleiner Bub musste ich an der Ortstafel von Velden zickzack durch die vielen Leute am Gehsteig gehen und beim Politzky fünf Minuten um ein Eis anstehen. Heute sieht man 100 Meter weit keinen einzigen Fußgänger.
Würde eine Schlechtwetteralternative wie eine Therme etwas daran ändern?
GLOCK: Die Leute kommen für einen Sommerurlaub hierher. Wenn einer aus Wien herfährt, liegen zig Thermen auf dem Weg nach Kärnten. Ich weiß also nicht, ob eine Therme einen Sinn hat. Viele fahren in wettersicherere Gebiete, weil eine Woche mit dem Flieger all-inclusive oft weniger als nur die Übernachtung in Kärnten kostet. Das muss man hinterfragen.
Aber wer kann schon spottbillig Top-Qualität bieten?
GLOCK: Wir haben in Bad Saag fünf Euro Tageseintritt. Dafür haben Sie den schönen Wörthersee, Trinkwasserqualität, eine Wasserrutsche und einen kleinen Kinderspielplatz. Ich finde, das ist kein schlechter Weg.
Werden Sie noch weitere Kärntner Projekte angehen?
GLOCK: Nein, da ist schon genug zu tun. Ich habe jetzt aus Wien eine mobile Bar für Cocktails mitgebracht, die ich noch mehr etablieren möchte.
In Klagenfurt stehen derzeit Großprojekte wie ein neues Hallenbad und eine neue Eishalle zur Diskussion. Braucht eine Landeshauptstadt so etwas?
GLOCK: Ich bin Einsatztaucher der Österreichischen Wasserrettung. Da braucht man auch im Winter ein Platzerl zum Trainieren. Außerdem spiele ich Unterwasser-Rugby. Das ist eine tolle Sportart, die man in Klagenfurt beim Verein EKUS ausüben kann. Als Landes- oder Stadtregierung sollte man versuchen, jeden Sport zu fördern, um junge Leute vom Computer wegzulocken. Es wäre schön, ein Hallenbad, eine Eishalle und vielleicht eine dritte Halle zu haben.
Waren Sie schon einmal im jetzigen Hallenbad?
GLOCK: Ja, natürlich.
Wie war's?
GLOCK: Das war in Ordnung.
Irgendwo habe ich gelesen, Sie wollten Anwalt werden. Warum ist daraus nichts geworden?
GLOCK: Mein Vater hat gesagt: Du musst gleich in die Firma. Ihr (Anmerkung: die Kinder) müsst übernehmen, wenn ich nicht mehr will. Also habe ich 25 Jahre brav in der Firma gedient.
Und letztendlich haben Sie die Firma verlassen. Warum?
GLOCK: Wegen Differenzen mit meinem Vater. Er hat sich nicht rechtzeitig von der Geschäftsführung in den Aufsichtsrat zurückgezogen. Wir haben Jahre diskutiert, ich habe nebenbei eigene Unternehmen aufgebaut und bin dann gegangen. Jetzt sollte ich zwar mit meinem Vater in den Aufsichtsrat gehen, aber das ist mit den momentanen Stiftungsvorständen sehr schwierig. Dabei war mein Vater immer mein Vorbild. Alles, was ich heute kann, habe ich von ihm gelernt. Es gab bei uns null Luxus. Jedes Auto, jedes Motorrad habe ich mir selbst erarbeitet. Daher kann ich heute selber ein Motorrad reparieren, Fliesen legen, Installationen machen und sogar WC-Spülungen reparieren.
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Zur Person
Robert Glock. Der 45-Jährige ist eines von drei Kindern des Waffenproduzenten Gaston Glock. Er selbst ist unverheiratet.
Karriere. Robert Glock hat über 25 Jahre im Unternehmen seines Vaters gearbeitet, dann hat er sich selbstständig gemacht. Er betreibt derzeit neben Bad Saag (mit Seerestaurant, Beachclub und Strandbad), eine Bar und ein Restaurant in Wien (Planter's Club, Livingstone) und eine Immobilienfirma.













