Bestechung hinter Sport-Sponsoring?
Nach Kleine Zeitung-Exklusivbericht: Die Grünen orten eine Verbindung zwischen dem Sponsoring des SK Austria Kärnten und der Umwidmung eines Grundstücks für das Gasdampfkraftwerk. Von Thomas Cik.

Foto © APA/Gert Eggenberger (Archivbild)ie Kelag war der Namenssponsor des SK Austria Kärnten. Dennoch "lohnte sich auch für die Energie Klagenfurt das Sponsoring" - sagt man zumindest
Bei der Energie Klagenfurt winkt man ab. "Ein alter Hut", versucht man die nun aufgekommene Diskussion um das Sponsoring des SK Austria Kärnten herunterzuspielen. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache.
Wie exklusiv berichtet, zahlte die Energie Klagenfurt - eine Tochter der Klagenfurter Stadtwerke und des Energieversorgers Verbund - im Jahr 2009 zwei Millionen Euro an den Fußballklub. Der Gegenwert des Sponsorings lag jedoch nur zwischen 125.000 und 477.000 Euro, wie ein Sachverständiger im Auftrag der Staatsanwaltschaft feststellte.
"Wenn man sich die zeitlichen Zusammenhänge ansieht, wird klar, dass die Leistung vielleicht in etwas anderem als der Aufschrift auf den Dressen bestanden hat", mutmaßt der Grünen-Politiker Matthias Köchl. Wenige Tage vor der Bekanntgabe des Sponsorings erfolgte nämlich die Umwidmung jenes Grundstückes, auf dem die Energie Klagenfurt damals das Gasdampfkraftwerk plante.
Politisch waren damals die Landesräte Reinhart Rohr und Uwe Scheuch zuständig. Rohr betont nur für die Rechtsfragen der Umwidmung zuständig gewesen zu sein, Scheuch war für die fachlich-raumplanerische Beurteilung verantwortlich. Letzterer war für keine Stellungnahme erreichbar.
Schlechte Optik
Bei den Stadtwerken gibt man zwar die schlechte Optik zu, bestreitet aber jeden Zusammenhang zwischen Sponsoring und Umwidmung. "Da gibt es keine Verbindung", betont Stadtwerke-Sprecher Harald Raffer. Die zwei Millionen Euro - im Geschäftsbericht des Jahres 2009 findet man sie übrigens unter dem Titel "Barvorlage" - seien geflossen, weil man den Fernwärme-Verkauf ankurbeln wollte. "Was auch gelang. Von 16.500 Kunden kamen wir auf 23.000." Welche zusätzlichen Fernwärme-Kapazitäten man verkaufen muss, um zwei Millionen Euro damit zu verdienen, wird hingegen nicht beantwortet.














