Zeltstadt ohne Sperrstunde
Zwischen Volleyball und Dosenbier: 5000 Feierwillige aus ganz Österreich machen das Beach Camp in Klagenfurt zur Sport- und Partyzone. Von Florian Schauer-Bieche.

Foto © SchauerMarkus und Michael machen es sich auf ihrem Geländeauto gemütlich
"Es muss eskalieren", tönt es aus dem blauen Zelt neben an. Ein mulmiges Gefühl steigt auf, doch es ist unangebracht. Schnell merkt man, dass diese Sprüche lediglich der Partystimmung zuträglich sein sollen. Nichts Ernstes. Also verlässt man das eigene Zelt, um sich unter die Menge zu mischen. Das Beach Camp in Klagenfurt ist bereits gut gefüllt. Rund 5000 Feierwillige werden bis Sonntag hier einen Schlafplatz finden. Sofern sie überhaupt schlafen. Denn das Camp gleicht mehr einer Stadt ohne Sperrstunde.
Party-Marathon
Party und Sport gehen hier Hand in Hand. Während manche noch zu vorgerückter Stunde auf den eigens eingerichteten Volleyballplätzen die Bälle fliegen lassen, widmen sich andere dem Dosenbier. Es sind unzählige Zelte die sich auf dem sechs Hektar großen Areal vis à vis von Minimundus drängen. Doch nicht nur. Viele wohnen in ihren Autos. So wie Markus und Michael, die auf dem Dach ihres Geländewagens sitzend, die gesamte Anlage überblicken: "Es hat Festivalcharakter, großartig!", sagt Markus (33). Er gehört zu den älteren Semestern die hier zu finden sind. Auch Josef zählt mit seinen 36 Lenzen zu den reiferen Besuchern und sticht zwischen den Teenagern hervor. Seit Montag ist er hier - und bleibt eine Woche. "Es macht Spaß und die Leute sind kamot", begründet der Innviertler seine Motivation. Ob ihn Kärnten wiedersehen wird? "Natürlich. Ihr seid unsere Lieblingsnachbarn", fügt er schmunzelnd hinzu.
Auch Nina und Kerstin (beide 19) sind treue Kärnten-Urlauberinnen. Im Camp schlagen die Steirerinnen zum zweiten Mal ihre Zelte auf: "So bekommen wir am meisten von der Stimmung mit", sagt Nina während sie einen freien Stellplatz für ihr Zelt ausfindig macht.
Zehn Euro zahlt man pro Nacht und Person für ein kleines Stück Wiese. Was man dafür bekommt? Saubere Toilettenanlagen und Duschen, Seenähe, ein großes Partyzelt sowie ein Gefühl von Sicherheit. Security-Mitarbeiter und Sanitäter sind rund um die Uhr präsent. Gebraucht werden sie selten. "Die Besucher sind sehr diszipliniert. Es gab bisher keinen Zwischenfall", sagt Markus Lang, Verantwortlicher für das Beach Camp. Alles verläuft in geregelten Bahnen. Selbst im Partyzelt, das sich gegen zehn Uhr allmählich füllt. Gegen Mitternacht ist es zum Bersten voll. DJs heizen dabei die Stimmung ordentlich auf.
Kärnten Fans
Etwas ruhiger gehen es David, Kristine und Karoline an. Die drei Wiener sind zum ersten Mal hier und genießen die Stimmung - wie Markus und Michael - vom Dach ihres orangen Kleinbusses aus. Ihr Tenor: "Unglaublich was hier los ist. Wir kommen wieder." Generell ist die Bereitschaft Kärnten unabhängig vom Grand Slam zu besuchen groß. Selbst die Musikprominenz ist angetan.
Alex Dolischall (18) und Johannes Birnbauer (17) von der Band "Empty Flags" haben ebenfalls ihr Zelt aufgeschlagen. "Die Stimmung ist einfach Wahnsinn. Das muss man erlebt haben", ist Johannes begeistert. Auch sie versprechen ein Wiederkommen.

















