Europafest: "Gold" für Bischof Egon Kapellari
Europahaus Neumarkt besteht seit 55 Jahren. Sein Leiter Max Wratschgo wurde 75.

Foto © EuropahausBischof Egon Kapellari (Mitte) mit Europahaus-Chef Max Wratschgo und WK-Präsident Christoph Leitl, der sich in Neumarkt erste Europa-Sporen verdiente
Schloss Forchtenstein wurde zu einem europäischen Geisteszentrum, das weit in den osteuropäischen Raum hineinwirkt. Dies ist ein Verdienst von Max Wratschgo, der seit Anbeginn das Europahaus betreut. Bisher haben tausende junge Menschen Europa "erlebt".
Am vergangenen Wochenende wurde nicht nur der 75. Geburtstag Wratschgos gefeiert, sondern verdienten Persönlichkeiten hohe Auszeichnungen überreicht. WK-Präsident Christoph Leitl nahm deren Präsentation vor und würdigte vor allem die Leistungen des steirischen Diözesanbischofs Egon Kapellari, der den "Mérite Européen in Gold" erhielt, für Wertorientierung und Menschenrechte. Europa dürfe nicht zum Spielball gewissenloser Spekulanten werden. Der Anstoß zur Auszeichnung Kapellaris kam vom Europahaus-Chef Klagenfurt, Nikolaus Lanner. Der Bischof gratulierte zunächst Max Wratschgo zu seinem Ehrentag und meinte, dass Europa eine Seele gegeben werden musste. Die Kirche als globales Institut habe am Bau Europas intensiv mitgewirkt.
Mit den Silbernen Mérite-Orden wurden Erich Putz und Erich Wörister, dessen Wanderausstellung über Europa von 150.000 Menschen besucht wurde, ausgezeichnet. Die Goldene Ehrennadel der Europäischen Föderalisten erhielten Monika Bauernberger/Linz und Bürgermeister Johann Absenger aus Frannach.
Staatssekretär Wolfgang Waldner räumte ein, bisher achtlos an Forchtenstein vorbeigefahren zu sein. Heute wisse er um dessen große Bedeutung und bereue nicht, an einem großen europäischen Familienfest teilzunehmen.
Der EU sei es zu danken, dass wir keine Kriege in Europa erlebten, betonte Waldner, der um Verständnis dafür warb, Schwache innerhalb der Union nicht fallen zu lassen. Solidarisches Handeln sei notwendig, denn Drittstaaten wie Indien, Brasilien und China träten massiv auf dem Weltmarkt auf. Umso erfreulicher sei die Entwicklung Südosteuropas. Kroatien werde nächstes Jahr der EU beitreten, mit Montenegro werde verhandelt. Europalandesrat Christian Buchmann trat für eine regionale Außenpolitik ein. Einer der ersten Gratulanten war Bürgermeister Reinhardt Racz.
Eine ebenso umsichtige, wie einfühlsame Zeremonienmeisterin des Festes war Christa Hofmeister, die Seele des Hauses.












